Auch ein Reiseblogger braucht mal Urlaub

Auch ein Reiseblogger braucht mal Urlaub

Man möchte es kaum kaum glauben, es klingt im ersten Augenblick sogar etwas paradox, aber jeder der es ernsthaft tut wird mir zustimmen: Reisebloggen ist anstrengend!

Viele Unwissende meinen immer, der Reiseblogger Daniel hat ja ständig Urlaub, ist alle paar Wochen auf Achse und macht sich an den schönsten Orten dieser Welt einen duften Lenz.

Pustekuchen, sag ich Euch!

Natürlich will ich genau das in meinem kleinen Reiseblog so verkaufen, denn darum geht es hier. Inspiration für Deinen nächsten Urlaub oder die Kreuzfahrt liefern, unsere schöne Welt aus meinem bescheidenen Blickwinkel zeigen.

Doch genau diese ständige Jagd nach tollen Motiven und beeindruckenden Erlebnissen, oder dem was man zumindest selbst dafür hält, ist anstrengend und kann den Partner durchaus nerven. Täglich versucht man halbwegs ansprechende Bilder bei Instagram, Twitter, Facebook und Google+ zu posten und dann auch noch genug Zeit zu finden, ein bis zwei Blogbeiträge pro Woche zu veröffentlichen und das zusätzlich zum ganz normalen Alltagsstress mit Arbeit und Familie.

Reiseblogger-Daniel-Dorfer-fotografiert

Ist man dann auf Reisen, egal ob mit oder ohne Partner, artet das, was für andere Erholung und die schönste Zeit im Jahr darstellt, schnell wieder in Arbeit aus. Viele Reiseblogger laufen dann zur Höchstform auf, für jeden Tag auf Reisen sollte schon mindestens ein Artikel rausspringen, besser noch zwei. Insbesondere gilt das, wenn man auf einen solchen Trip eingeladen ist und ein voll organisiertes Programm hat. Die Erwartungshaltungen sind groß und wenn man diesen Job – denn etwas anderes ist es nicht – wirklich ernst nimmt, dann liefert man auch ab!

Wirklich Geld verdiene ich damit nicht, denn bezahlt wird maximal die Reise samt Unterkunft, jedoch keine Tagessätze oder Ausfallzeiten und die Artikel werden auch nirgends gedruckt oder gesendet. Dazu sind sie zu einfach gestrickt, auch wenn es gewissermaßen eine Art journalistische Tätigkeit ist. Das bisschen Geld, was man mit dem Reiseblog hier in Deutschland verdient, ergibt sich aus bezahlten Gastbeiträgen und ein wenig Affiliate, also etwa Links zu Amazon oder Internet-Reisebüros.

Reiseblogger-Motiv-Leuchtturm

Als hauptberuflicher, selbstständiger DJ bin ich gerade an Wochenenden sehr gefragt und die meisten gesponserten Reisen werden aus verständlichen Gründen in genau diesem Zeitraum durchgeführt – da hat der normal arbeitende Reiseblogger frei. Für mich heißt es dann sorgsam abwägen, ob ich nun ein paar dringend notwendige Euro verdienen möchte oder doch lieber in dieser Zeit ohne Bezahlung arbeite wo andere Urlaub machen.

Wieso ich es dennoch tue? Ganz einfach: Weil es mir tierisch Spaß macht!

Nein, nein, ich liebe es nicht zu protzen und mit meinen Reisen anzugeben. Vielmehr begeistert es mich Neues zu erleben, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen und es macht mir Spaß Euch diese wunderschönen Orte auf unserer Welt zu zeigen! Darüber zu Bloggen ermöglicht es mir, kostengünstig, oder mit viel Glück und Anstrengung sogar kostenlos, zu reisen. Aber geschenkt wird einem dabei nichts. Ein Reiseblogger macht nichts anderes als Werbung. Professionelle Reiseblogger sind versierte PR-Fachleute, die sich tagtäglich um neuen Content bemühen, um den Blog interessant zu halten und neue Besucher anzulocken. Mit steigenden Zugriffszahlen kommen dann auch die interessierten Kooperationspartner. In meinem Fall lief das dieses Jahr zum ersten Mal so richtig gut, ich musste schweren Herzens sogar viele fantastische Angebote dankend ablehnen.

Aber zwei Hämmer habe ich dieses Jahr noch für Euch. Es geht noch auf ein paar andere Inseln, vor allem die Reise im Dezember wird der Knaller! Lasst Euch überraschen welchen absoluten Reisetraum ich mir da erfüllen werde. Winking smile

Mit dem Material auf meiner Festplatte könnte ich auch locker noch an die dreißig interessante Reiseberichte veröffentlichen. Dazu noch die Ideen für Artikel rund um Reise oder Kreuzfahrt und die zahlreichen Kooperationsanfragen… ich komme einfach nicht dazu dies umzusetzen.

Reiseblogger-Cabo-Da-Roca-Portugal

In letzter Zeit wird mir das alles zusammen mit der Arbeit ein bisschen zu viel. Aus diesem Grund schreibe ich diese Zeilen heute. Ab morgen bin ich mit meiner Verlobten unterwegs nach Sardinien und Florenz, in einem komplett selbst bezahlten und sauer verdienten Erholungsurlaub und melde mich hier vorsichtshalber mal für mindestens drei Wochen ab. Zwar werde ich Internet haben, aber das dient mehr zur Bearbeitung von Anfragen für meine selbstständige Tätigkeit als DJ. Schlimm genug, dass ich darauf angewiesen bin. Vielleicht blogge ich, wenn es auf Sardinien regnet, ich von der Muse geküsst werde und mir wirklich nichts besseres einfällt, aber ich glaube eher nicht.

Natürlich werde ich unterwegs wieder viele Fotos machen und Erlebnisse sammeln, die ich später ganz sicher auch blogge. Aber ich will hauptsächlich abschalten und eine unbeschwerte Zeit mit meiner Liebsten verbringen, ganz ohne diese selbst auferlegte Last des Bloggens und vor allem den damit verbundenen Aufgaben in den Sozialen Medien, die seit langem schon eine regelrechte Sucht sind. Auf dieser Reise bin ich niemandem Rechenschaft schuldig außer meinem Schatz und mir selbst. Und das ist gut so…

Also, ich bin dann mal weg… Arrivederci Ragazzo!

Reiseblogger-Daniel-Hotel-Danieli-Venedig


Daniel Dorfer alias Autor fernweh (270 Posts)

Hier schreibt Daniel Dorfer, der einzige Kreuzfahrt- und Reiseblogger auf dem Kreuzfahrt- und Reiseblog fernwehblog.net. Als hauptberuflicher DJ war er einige Zeit an Bord der AIDA-Flotte auf Kreuzfahrt und reist seither verstärkt durch diese Welt um darüber zu berichten.


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3 Comments

  1. Sabine · 14. Oktober 2015

    He Daniel,

    manchmal muss man sich einfach auch mal zurücknehmen, abschalten und nur genießen. Ich finde es super, dass du dir auch mal ganz bewußt eine „Auszeit“ vom bloggen nimmst.
    Anderseite, wie du schon geschrieben hast, ohne richtigen Spaß an der Sache braucht man nicht zu bloggen. Das Geld ist es ganz bestimmt nicht, dass man damit verdient…;-)
    Ich habe jede Menge Spaß daran! Viel Erfolg weiterhin!

    Liebe Grüße,
    Sabine

  2. Oli · 21. November 2015

    Ich denke, das Geheimnis besteht darin, ein Rythmus im Bloggen zu finden, der für dich stimmt.

    Ich hatte auf weltreiseforum.com mit etwa zehn Texten pro Monaten begonnen. Später kam mit Sinograph.ch ein zweiter Blog dazu, den ich auch mit vier Texten pro Monat füllen wollte. Doch dieses Ziel habe ich wohl kein einzige Mal geschafft Das belastete mich, weil ich früher, als ich für eine Tageszeitung arbeitete, praktisch jeden Tag einen Text veröffentlicht habe.

    Nur: die Zeitungsartikel hatten meist etwas zwischen 2000 und 3000 Zeichen. Die Blogartikel irgendwas zwischen 5000 und 10.000. Bei der Zeitung bestanden die meisten Recherchen aus ein paar Telefonanrufen und nicht etwa aus einer Woche lang Autofahren. Und dann habe ich ja auch noch andere Dinge zu tun neben dem Bloggen.

    Heute denke ich, dass 4 Texte pro Monat auf WRF und 2 auf SG die Menge an Arbeit an den Blogs ist, die mir guttut.

    • fernweh · 23. November 2015

      Servus Oli,
      da hattest Du Dir aber auch wirklich viel vorgenommen.
      Ich bin mittlerweile auch bei einem Beitrag pro Woche, es sei denn die Muse küsst mich oder ein Gastbeitrag ist es wert schnell veröffentlicht zu werden. Nebenher muss auch ich noch Geld verdienen und habe eine Beziehung, die gepflegt werden will. 😉
      Viele Grüße
      Daniel

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