Gastbeitrag: Eindrücke einer Israel- und Jordanien-Rundreise

Gastbeitrag: Eindrücke einer Israel- und Jordanien-Rundreise

Gastbeitrag von Autorin Leoni Stern, Reiseverkehrskauffrau aus Berlin.

Unsere Rundreise ging im Jahr 2011 eine Woche durch Israel und Jordanien. Nach Ankunft am Flughafen Tel Aviv wurden wir abgeholt und zu unserem Hotel in Jerusalem (Dan Hotel) gebracht. Die Fahrt dauerte etwa eine dreiviertel Stunde. Uns wurde erklärt, dass man, wenn man keine Gruppenreise gebucht hat, einfach mit einem Linienbus oder einem Privattransfer fahren kann. Das Hotel ist relativ groß, aber gut, mit gutem Essen und netten Zimmern.

Kurzer Tipp am Rande: Wer ein Handy in Israel benutzen möchte, der sollte sich eine SIM Karte am Flughafen kaufen (ca. 100 Schekel für die Karte + beliebig aufladen), denn das Telefonieren mit deutschen Netzbetreibern ist ziemlich teuer. Am Flughafen gibt es direkt einen Shop dafür. Was aber lieber erst in der Stadt passieren sollte, ist der Umtausch von Geld – am Flughafen ist der Wechselkurs wesentlich schlechter als in den Wechselstuben in der Innenstadt. Da ich diese Info bereits vorher im Israel-Reiseführer gelesen habe, war ich selbst darauf vorbereitet und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Von unserem Hotel aus kam man innerhalb von fünf Minuten zum Skopusberg, den wir am zweiten Tag auch gleich besucht haben und von wo aus eine richtig schöne Sicht auf die Altstadt Jerusalems und auf den Ölberg vorzufinden ist. Vom Osthang des Berges sieht man auf einen Kirchenkomplex, der sich etwa die „Grotte der Lehre“ nennt und auf ein russisches Kloster, dessen Besichtigung nicht erlaubt ist. Als wir ein Stück weiter nach oben gefahren sind, konnten wir auch schon den Beginn der Judäischen Wüste sehen.

Eine acht Meter hohe Teilungsmauer in Jerusalem trennt arabische und muslimische von israelischen und jüdischen Staatsbürgern, was besonders an dieser Stadt ist.

Unser Weg am dritten Tag ging relativ zügig von Jerusalem zum Toten Meer und von dort nach Norden nach Ein Harod, einem sehr schönen Kibbuz. Israel hat aber nur eine Größe von rund 21.000 Quadratkilometern, sodass die Wege damit immer eher kurz sind. Zum Vergleich: Deutschland hat 357.000 Quadratkilometer, ist also rund 17 mal so groß wie Israel. Der zweite Tag zeigte uns Maale Adumim, den Good Samaritan, das Kloster St. George und das “Sea Level” auf dem Weg zwischen Jerusalem und dem Toten Meer. Vom Toten Meer nach Ein Harod waren es schlussendlich noch zweieinhalb Stunden Fahrt zum Ende des Tages.

Israel-Sea-Level-Meereshoehe

Auf Meereshöhe zwischen Jerusalem und dem Toten Meer

Haifa haben wir ausschließlich von oben besichtigt, von einem Hügel wo man parken und gut fotografieren konnte. (Das Bild zu Beginn des Artikels zeigt Haifa.) Die Hafenstadt ist sicherlich einen Besuch wert, was wir uns aber für einen späteren Zeitpunkt aufheben. In Akko lohnt es sich etwas mehr Zeit einzuplanen, ich würde immer empfehlen, einen ausgiebigen Spaziergang durch die alte Kreuzfahrerstadt zu unternehmen, wie wir es gemacht haben. Dort gibt es übrigens auch an kleinen Ständen sehr gutes Essen (typisch als Imbiss sind z.B. Falafel die wir auch häufig gegessen haben). Von Akko nach Tiberias sind wir etwa 45 Minuten gefahren wo wir dann auch übernachtet haben (Hotel Leonardo).

Granatapfelsaft-an-einem-Stand-in-Jerusalem

Granatapfelsaft an einem Stand in Jerusalem

In der nördlichen Region in und um Tiberias sind nochmal viele Sehenswürdigkeiten nahe aneinander gelegen. Hier waren wir auf den Golanhöhen von wo aus wir auf Syrien sehen konnten. Unser Reiseleiter hat immer alles sehr ausführlich erklärt und hatte auf fast jede Frage eine Antwort. Auch sein Deutsch war hervorragend, wir hatten nie Probleme mit der Verständigung.

Sehr interessant nach dem Ausflug nach Tabgha und Kapernaum am See Genezareth in Galiläa, sowie zum Berg der Seligpreisungen fand ich auch die Banjas Quellen. Eine schöne, weite Grünfläche (ein Naturreservat), wo die Pangrotte zu sehen ist und der Hermonfluss entlang läuft.

Weiter ging es nach Jordanien. Hierzu ein paar Infos zum Grenzübergang, zu dem ich mir vorher auch Informationen von goisrael geholt habe. Wir sind an der Sheikh Hussein Brücke über die Grenze gelangt, von Tiberias aus dauerte das gute 45 Minuten. Als erstes wurden wir durch einen Guide mit ID im Auto kontrolliert, er hat kurz unsere Reisepässe angesehen und den Kofferraum geprüft. Danach sind wir zu dem Gebäude gefahren, in welchem die Ausreiseformalitäten geregelt wurden. Dort haben wir die Grenzgebühr von 103 Schekel am rechten Schalter bezahlt, am linken Schalter wurden unsere Pässe kontrolliert. Anschließend konnten wir den Durchgang zum Duty Free Shop nutzen, wo unser israelische Guide nun nicht mehr mitgehen durfte.

Als nächstes haben wir im Shuttlebus für fünf Schekel ein Ticket gekauft um von der israelischen zur jordanischen Seite zu gelangen. Die Fahrt dauert nur drei Minuten, das macht aber hierjeder so, da es keinen richtigen Gehweg gibt. Der Bus fährt alle 30 bis 60 Minuten. Angekommen in Jordanien haben wir im Gebäude das Visum am Schalter auf der linken Seite gekauft und unsere Pässe wurden an den anderen Schaltern kontrolliert.

Nachdem wir nach unserem Aufenthalt in Jordanien an der Südgrenze wieder zurück nach Israel eingereist sind, kam für mich persönlich das Highlight, denn wir haben ein Stück der Negevwüste besucht, waren am riesigen Ramon Krater und im Timna Park. Der Timna Park liegt ungefähr 25 Kilometer nördlich von Eilat und ist ein traumhafter Nationalpark. Zahlreiche Gesteinsformationen regen die Fantasie an, weil man darin Tiere, Menschen, Pflanzen erkennt. Die berühmteste geologische Sehenswürdigkeit des Parks sind die Salomos Säulen, die ein gigantisches Fotomotiv bilden.

Timna-Park-Salomos-Saeulen

Zum Abschluss der Reise sind wir in Tel Aviv angelangt und haben dort einige Tage mit Flanieren, Shoppen und Schlemmen zugebracht. Wir waren im Hotel Cinema, für mich eines der schönsten Hotels dort, weil es einen besonderen Charme hat. Es war einst ein Kino und wurde zum Hotel umfunktioniert. Das Personal ist freundlich und das Frühstück sehr lecker.

Die moderne Stadt gefiel uns, weil es hier wirklich gutes Essen und Trinken gibt. Unser liebstes Getränk war hier die Limonana, ein kaltes Getränk aus Limetten, Zitronen und Pfefferminz – sehr erfrischend. Schön war aber auch, einfach gemütlich durch die Straßen zu schlendern, freundlichen Menschen zu begegnen und das milde Klima zu genießen. Die Hauptsaison für Touristen soll von September bis November und Februar bis Mai sein – wir waren also innerhalb dieser Zeit da, fanden es aber dennoch sehr angenehm und nie überfüllt.

Die Israelis sind unaufdringliche und sehr nette Menschen. Jüdische Besonderheiten sollte man aber unbedingt vor einer Reise erfragen oder nachlesen – so sind wir etwa einmal ins Fettnäpfchen gestapft, weil wir zum Abendessen an einem Tisch Besteck benutzt hatten, welches bereits für den Frühstückstisch gedeckt war. Hiermit darf man nicht essen, da Fleisch- und Milchspeisen streng getrennt werden (koscher) und somit auch das Besteck, mit dem man diese Speisen isst. Der Kellner war sehr irritiert und konnte uns den Grund kaum vermitteln.

Israel ist ein tolles Land und immer eine Reise wert!

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde von Gastautorin Leoni Stern, einer Reiseverkehrskauffrau mit dem Schwerpunkt auf Kulturreisen in Nordafrika, Vorderasien und Naher Osten, verfasst und von mir editiert und mit Links zu Wikipedia versehen. Sämtliche Bilder stammen von der Autorin. Die Veröffentlichung erfolgt in Form einer gegenseitigen Kooperation mit Stern Tours und soll einen kleinen Mehrwert in meinem Reiseblog darstellen.

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