Aus der Kategorie “Wenn’s mal wieder etwas länger dauert…”: Meine persönlichen Erfahrungen aus dem Umzug mit dem Blog vom alten Webhoster auf den neuen Server. WordPress umziehen kann schnell und einfach gehen, wenn man weiß wie. Vielleicht helfen Euch meine Tipps und das kostenlose Plugin Migrate Guru ein wenig dabei die Nerven zu schonen, sowie unnötig verbratene Zeit und Geld zu sparen.

Ein bisschen ruhig war es wieder einmal seit Anfang Januar in meinem Reiseblog und das obwohl noch immer genügend Material auf Veröffentlichung wartet. Doch es stand trotz Corona eine etwas größere Reise an oder besser gesagt ein Umzug… also rein virtuell, vom alten Hoster Strato auf einen neuen, schnelleren Server! Die guten und schlechten Erfahrungen die ich dabei gesammelt habe sind durchaus einen ausführlichen How-To-Blogbeitrag über das Thema WordPress umziehen wert, denn Erfolg hatte ich erst nachdem ich mir viele Informationen darüber mühsam im Web zusammen gesucht habe. Mit Hilfe eines  in Deutschland noch eher unbekannten WordPress Plugins klappte es dann endlich, daher gibt es nun dieses kleine Migrate Guru Tutorial.

Es ist einfach unglaublich was man mittlerweile alles können und wissen muss um halbwegs erfolgreich zu bloggen… wenn man dann endlich mal dazu kommt vor lauter technischem drumherum.

Die Vorgeschichte

Was tut man nicht alles um als Reiseblogger in den Suchmaschinen mit der großen Konkurrenz mit zu halten? Eines der großen SEO-Themen in diesem Jahr ist unter anderem die sogenannte Off-Page-Optimierung. Zu den Google Ranking Faktoren 2021 gehören nämlich neben den passenden Keywords und vielen guten Backlinks auch ein schneller Webserver, über welchen sich der WordPress-Blog ohne lange Ladezeiten weltweit aufrufen lässt.

Große Bilder, zu viele und teilweise schon wieder unnötige Plugins, sowie die damit verbundenen umfangreichen Codes lassen die Webseite im Laufe der Zeit anschwellen und immer langsamer werden. So war das auch bei mir. Mein langjähriger Hoster Strato war zwar in Sachen Service ganz in Ordnung, doch auf die Dauer einfach zu lahm und mittlerweile auch viel zu teuer. Daher war eines der großen Themen zu Beginn des neuen Jahres der Umzug des Blogs zu einem neuen Anbieter, was sich leider etwas schwieriger gestaltete als anfänglich erhofft.

Mehr als zwei Wochen war ich nun Nacht für Nacht damit beschäftigt mit meinem Reiseblog zu einem neuen Domainhoster zu ziehen und dabei habe ich einiges dazu gelernt. Nicht ganz unbegründet war meine Angst davor das Projekt WordPress umziehen in Angriff zu nehmen, aber nun bin ich froh, dass ich es durchgezogen und vor allem selbst gemacht habe. Da lernt man so einiges dazu, wenn einen der Ehrgeiz mal packt. Doch leider musste ich mir vieles mühsam mit Hilfe von Google und Freunden zusammen suchen, was diesen kleinen und hoffentlich hilfreichen Artikel zur Folge hatte. Legen wir los und klären die Frage…

Wie kann ich einfach meinen Blog in WordPress umziehen?

1. Bestandsaufnahme: Wie groß ist meine WordPress Installation eigentlich?

Seit vielen Jahren ist mein Blog nun online und zahlreiche Bilder sind in den mittlerweile weit mehr als 330 Blogbeiträgen zu finden. Das nimmt jede Menge Speicherplatz auf dem Server weg, selbst wenn man die Bilder automatisch beim Upload mit WordPress Plugins wie

komprimiert. Auch diese kleinen Helferlein legen nämlich versteckte Verzeichnisse mit Sicherheitskopien der Originaldateien auf dem Server an. Das ist zwar grundsätzlich gut, aber platzraubend.

Ich wusste vor dem anstehenden Providerwechsel erst einmal gar nicht wie groß meine aktuelle WordPress Installation eigentlich ist und wie viele Daten ich umziehen muss. Wahrscheinlich geht es Dir ähnlich: Man bloggt über die Jahre so vor sich hin und hat den technischen Hintergrund erst dann auf dem Schirm wenn etwas nicht mehr funktioniert. Dann heißt es googeln und sich schlau machen. Und siehe da, es gibt seit der WordPress-Version 5.2 tatsächlich im Dashboard unter Werkzeuge den Menüpunkt Site Health, in der deutschen Version Website-Zustand.

WordPress umziehen WordPress Installation Dashboard Website Zustand

 

Klicke dafür einfach auf:

  1. Werkzeuge
  2. Website-Zustand
  3. Karteikarte “Bericht”
  4. Akkordeon “Verzeichnisse und Größen”

In den letzten beiden Zeilen findest Du Deine Speicherplatzbelegung. Bei mir waren es fast 12 GB an Daten, mehr als 300 MB davon belegte die MySQL-Datenbank. Alles klar, nun wusste ich wieviel Speicherplatz ich brauchte um das WordPress umziehen erfolgreich zu gestalten…

2. Vor dem WordPress umziehen: Plugins und MySQL-Datenbank bereinigen

Ein wenig Hausputz war vor dem WordPress umziehen also angesagt. Es  schadet generell nicht von Zeit zu Zeit virtuell aufzuräumen und insbesondere vor dem Umzug des Blogs macht es Sinn, mit dem groben Rechen durch die WordPress-Installation zu gehen.

  • Welche Plugins brauche ich unbedingt noch und was ist veraltet oder wird einfach nicht mehr genutzt?
  • Welche Blogbeiträge sind total veraltet und bei welchen lohnt sich ein Update nicht mehr?

Nach der Deinstallation der unnötigen WordPress-Plugins und der Löschung diverser Artikel sollte man vor dem  endgültigen WordPress umziehen auch noch die Datenbank bereinigen. Das WordPress Plugin WP-Optimize bietet das bereits in der kostenlosen Version an:

Ich konnte auf diesem Weg fast einen Gigabyte Speicherplatz einsparen und auch die MySQL-Datenbank auf unter 300 Megabyte reduzieren. Also auf zum nächsten Schritt…

3. WordPress umziehen: Das passende Webhosting für den Blog finden

Nahezu jeder Webhosting-Anbieter wirbt mit der schnellen Vorinstallation von WordPress auf seinen Hostingpaketen. Unterschiede gibt es dann bei den inkludierten Domains, den Domainendungen, bei der Speicherplatzgröße und Geschwindigkeit der Server. Sich als Laie im aktuellen Hosting-Dschungel zurecht zu finden ist schwer, da kann man schnell (zu)viel Geld ausgeben. Durch einen Tipp kam ich zu Alfahosting. Schnelles SSD-Webhosting, die aktuellste PHP-Version 8 und ein professioneller Support überzeugten neben einem fairen Preis.


Alfahosting - WordPress-Hosting
 

Aufgrund der Größe diverser SQL-Pakete gab es bei mir jedoch leider Probleme und so riet man mir nach diversen Fehlversuchen zu einem eigenen Server. Da man dort aber zumindest in den günstigen Tarifen keine managed Server anbietet, war mir das zu unsicher. Ich selbst oder ein beauftragter Webmaster sollten regelmäßig Serverupdates aufspielen und selbst für die Firewall und Sicherheit sorgen. Dabei will ich doch nur bloggen!

Da kam ein weiterer hilfreicher Tipp eines befreundeten Webdesigners gerade recht:

Business Webspace

Der managed Server mit nur einer Domain für unter 2,50 Euro im Monat und die ersten 100 Tage Zeit zum Testen – perfekt! Zwar bietet man hier kein SSD-Hosting, doch das war für meine Zwecke wohl auch gar nicht nötig.

Für Einsteiger empfiehlt sich allerdings nicht gleich ein eigener Server, sondern eher einfaches Hosting mit einem ausgezeichneten Support:

cshow

4. WordPress auf dem neuen Server installieren

Mit ein paar Klicks ist auf den meisten Servern eine aktuelle WordPress Version installiert und die WordPress Migration kann beginnen… doch womit? Der im Dashboard eingebauten Funktion WordPress exportieren / importieren traute ich nach kurzer Recherche im Netz nicht so ganz.

5. WordPress umziehen mit dem kostenlosen Plugin Migrate Guru

Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen mit dem direkten Download via WebFTP, FTP und zwei unterschiedlichen WordPress-Migrations-Plugins wollte ich schon fast die Flinte ins Korn werfen und einen Profi beauftragen. Insbesondere der Umzug der großen MySQL-Datenbank machte mir zu schaffen. Zum Glück fand ich dann auf einer englischen Website endlich das passende Werkzeug für den entspannten WordPress Umzug- der Migrate Guru:

Nach der Installation und Aktivierung des Plugins wird im einfach strukturierten Dashboard die E-Mail-Adresse verlangt, damit Du nach der erfolgreichen Übertragung Deiner Daten benachrichtigt wirst. Nun kannst Du den letzten Punkt FTP-Transfer auswählen.

6. Die notwendigen Daten zum WordPress umziehen mit Migrate Guru

Alle relevanten Daten um Deine WordPress-Installation auf den neuen Server umziehen zu können findest Du in der Übersicht für die FTP-Zugänge bei Deinem neuen Domainhoster. Wichtig sind:

  • (ggf. neuer) Domainname
  • Übertragungsprotokoll FTP / SFTP oder FTPS (einfaches FTP reicht in der Regel und geht schneller)
  • Servername / Hostname
  • Port (in der Regel 21 für FTP oder 22 für SFTP)
  • FTP-Benutzername
  • FTP-Passwort
  • lokales Verzeichnis der WordPress-Installation auf dem neuen Server

Letzteres ist oft nicht ganz so einfach zu finden. Am Besten loggt man sich mit dem WebFTP-Client des Hosters oder einem kostenlosen FTP-Client wie FileZilla (https://filezilla-project.org/) kurz auf dem Webspace ein um den kompletten Pfad herauszufinden. Üblich wäre etwa eine Syntax wie /www/httpdocs/wordpress.

Zu guter Letzt ist es vielleicht noch möglich, dass unter dem Akkordeon SOURCE WEBSITE PASSWORD PROTECTED Dein WordPress-Login auf dem aktuell aktiven Blog verlangt wird. Falls Du Dich um Datensicherheit sorgst kannst Du all diese sensiblen Zugangsdaten nach erfolgreichem Abschluss der WordPress Migration einfach wieder ändern.

Jetzt nur noch den Button MIGRATE drücken und los geht das WordPress umziehen… endlich!

WordPress umziehen Plugin Migrate Guru Datentransfer

 

Migrate Guru hat im Gegensatz zu anderen Migrations-Plugins den großen Vorteil, dass es Deine kompletten Daten nicht zuerst lokal auf dem Server zwischenspeichert. Dieser kann wie meiner bei Strato ein Datenlimit haben und den einfachen Umzug schlichtweg unmöglich machen, auch wenn das aktuelle Hostingpaket wie in meinem Fall noch mehr als 150 GB Platz hat.

Dieses WordPress-Plugin für den Umzug nutzt eigene, sehr schnelle Server für die Migration der Inhalte samt Datenbank – also der kompletten WordPress Installation. Schnell und einfach kannst Du damit Deine WordPress Seite duplizieren. Meine mehr als 10 GB wurden in nicht einmal zwei Stunden fehlerfrei übertragen. (Zum Vergleich: Nur der Download der Daten mit dem FTP-Client auf den lokalen Rechner dauerte weit über 12 Stunden, der Upload etwa noch einmal so lange.)

WordPress umziehen einfach Migrate Guru migrated fertig

7. WordPress auf andere Domain umziehen mit Migrate Guru

Zusätzlich kann dieses geniale WordPress Plugin beim Umzug auch gleich einen eventuell ganz neuen Domainnamen in der gesamten Struktur Deines WordPress-Blogs und der dazugehörigen MySQL-Datenbank ändern. Das spart enorm viel Zeit und Arbeit!

Video: Migrate Guru Tutorial zum erfolgreichen WordPress umziehen

Dieses kurze Video des Herstellers erklärt den gesamten Vorgang sehr anschaulich:

Leider ist dieses wirklich sehr praktische und einfach zu handhabende Plugin, mit welchem Du recht komfortabel Deine WordPress Seite kopieren kannst in Deutschland noch nicht so bekannt. Ein Grund mehr für diesen Blogbeitrag über WordPress umziehen.

Weitere Plugins zum WordPress umziehen

Der Vollständigkeit halber hier noch die beiden anderen von mir getesteten WordPress-Plugins Duplicator / Duplicator Pro und All-in-One WP Migration. Sie funktionierten in meinem speziellen Fall jedoch nicht, da Strato auf seinen Webhosting-Paketen die Größe der Datenpakete limitiert. Dennoch möchte ich sie hier verlinken:

8. Erst jetzt den Domaintransfer starten

Das ging in meinem Fall recht gut, da ich die WordPress-Daten auch ohne die Domain bereits umziehen und testen konnte. Somit war die Ausfallzeit recht gering und beschränkte sich je nach Nameserver im World Wide Web nur auf wenige Stunden.

9. Nach dem WordPress umziehen: Kostenloses SSL-Zertifikat “Let’s encrypt”

Dank meiner früheren Hoster Strato und united-domains dachte ich immer SSL kostet etwas. Aber so ist es ganz und gar nicht! SSL für Blogs und Webseiten, auf denen nichts verkauft wird und damit auch nichts versichert werden muss, lassen sich ganz einfach mit dieser kostenlosen Variante namens Let’s encrypt betreiben. Mehr Infos dazu gibt es hier:

Wenn Du einen guten Hoster auf dem aktuellsten Stand der Technik hast, wie etwa die oben genannten Alfahosting oder Bitpalast, dann wird dieses vollkommen ausreichende Let’s encrypt-SSL-Zertifikat und seine automatische Verlängerung alle 90 Tage gleich mit angeboten.

Jetzt noch ganz kurz was zum Thema WordPress schneller machen…

Gut zu wissen: Ist Dein WordPress Blog zu langsam?

Eigentlich lädt mein Blog doch recht schnell, dachte ich mir vor einigen Jahren. Doch diverse Tests im Internet belehrten mich eines Besseren. Lange genug hatte ich mich daraufhin mit diversen Plugins zur Beschleunigung herumgeschlagen und recht passable Zeiten erreicht. Doch das WordPress umziehen zum neuen Hoster hat das ganze nochmal getoppt.

Hier kann man ganz einfach auf die Schnelle testen wie lange die Ladezeit des Blogs ist:

Pingdom Website Speed Test Fernwehblog

Dieses flinke Tool zeigt Dir auch gleich detailliert auf, wo die Flaschenhälse in Deiner WordPress Installation lauern und wo Verbesserungen möglich sind. Ein weiteres professionelles Hilfsmittel bietet GTMetrix:

Doch für Google maßgeblich ist ein ganz anderer Test:

Aus den Ergebnissen der beiden zuletzt genannten Tools wird man allerdings als Laie nur nach viel Recherchearbeit schlauer und kommt auch oftmals nicht ohne die Hilfe eines professionellen Webmasters voran. Die betreffenden Fehler liegen meist tief in der Codierung der Webseite und des genutzten Themes. Letzteres wechselt man nicht mal einfach so schnell von Heute auf Morgen. Also versucht man erst einmal das Beste aus der vorhandenen Webseite zu machen.

Bonus: Kostenlose Plugins zum WordPress schneller machen

Unter anderem waren nach langen Testreihen für meinen Blog folgende WordPress Plugins sehr hilfreich:

Mit den Einstellungen muss man sich ein wenig spielen, nicht jede WordPress Konfiguration reagiert gleich. Aber das meiste ist bereits in den Plugins gut erklärt.

So, das war’s für heute! Vielen Dank für’s lesen, ich hoffe es hat Euch ein wenig weiter geholfen. Konstruktive Kommentare, Verlinkungen auf den Beitrag und weitere hilfreiche Tipps sind wie immer mehr als Willkommen – ebenso wie ein Kaffee!

Buy Me A Coffee

Kleine Danksagung für die Hilfe und Inspiration beim WordPress umziehen:

WordPress umziehen leicht gemacht mit Migrate Guru

WordPress umziehen leicht gemacht mit dem Migrate Guru

Weiter geht’s mit einem Haufen hochwertiger DoFollow-Backlinks für den Backlinkaufbau

Disclaimer: Dieser Blogbeitrag zum Thema WordPress umziehen wurde in keiner Form gesponsert. Das Bild im Header ist lizenzfrei und stammt von Ketut Subiyanto Fotografie auf pexels.com. Vielen Dank dafür.