Im Januar 2016 stand ich zum ersten Mal als Testpassagier in einem nagelneuen Terminal am Flughafen München. Damals probten wir den Betrieb auf dem Satellit des Terminal 2, der wenige Monate später eröffnet wurde. Fast zehn Jahre später durfte ich erneut hinter die Kulissen eines Mega-Bauprojekts im Erdinger Moos blicken: Der neue Flugsteig am Terminal 1, offiziell „New Terminal 1 Pier„ genannt, geht vorraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 in Betrieb.
Diesmal war allerdings einiges anders. Während 2016 noch hunderte Komparsen durch den Satellit strömten, war der Andrang bei meinem Testlauf überschaubarer. Dafür hatte ich als spezieller Komparse wieder etwas Besonderes im Gepäck: Eine Presseeinladung, die mich zum einzigen Fotografen des Tages machte. Neben mir war nur noch ein Filmteam des Bayerischen Rundfunks vor Ort, welches die Probeläufe und die Notfallübung für die Abendschau dokumentierte.
In diesem Artikel nehme ich Euch mit auf meine virtuellen Reisen als „Max Felgenhuber“ nach Larnaca und als „Will Power“ nach Newark, zeige Euch exklusive Einblicke in das 665-Millionen-Euro-Projekt und erkläre, warum solche Probeläufe für Flughäfen überlebenswichtig sind.
Was genau entsteht hier? Das 665-Millionen-Euro-Projekt im Überblick
Bevor ich Euch mit diesem Blick hinter die Kulissen von meinem Erlebnis als Testpassagier berichte, ein paar Hintergründe zum Bauprojekt selbst. Denn was hier im Erdinger Moos entsteht, ist nicht irgendeine Erweiterung, sondern das größte Infrastrukturprojekt am Flughafen München seit der Eröffnung 1992.
Der neue Flugsteig ragt 360 Meter weit ins westliche Vorfeld und bietet auf sechs Stockwerken rund 95.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche. Um das mal einzuordnen: Das entspricht etwa 13 Fußballfeldern. Die Kapazität? Sechs Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr, vergleichbar mit dem gesamten Aufkommen des Flughafens Hannover.
Das Besondere am neuen Flugsteig ist seine Ausrichtung auf den Non-Schengen-Verkehr. Hier werden künftig alle Interkontinentalflüge abgefertigt, die nicht über Terminal 2 laufen. Das bedeutet: Emirates fliegt von hier nach Dubai, Qatar Airways nach Doha, American Airlines und Delta in die USA, British Airways nach London. Für diese Airlines war das in die Jahre gekommene Terminal 1 längst zu eng geworden.
Die Infrastruktur ist entsprechend dimensioniert: Zwölf kleinere Maschinen können gleichzeitig andocken, alternativ sechs Großraumflugzeuge. Besonders beeindruckend ist die A380-Ausstattung. Der Riesenvogel von Emirates kann über drei Fluggastbrücken auf zwei Etagen gleichzeitig entladen werden. Das spart enorm Zeit beim Boarding und Deboarding.
Die Kosten? Ursprünglich hatte die Flughafen München GmbH mit weniger als 500 Millionen Euro kalkuliert. Dann kam Corona und verzögerte das Projekt um rund drei Jahre. Es trieb die Kosten auf mittlerweile 665 bis 700 Millionen Euro. Statt 2023 wird der Flugsteig nun im ersten Halbjahr 2026 eröffnet. Immerhin stemmt der Flughafen die Finanzierung komplett aus eigenen Mitteln.
Was mich persönlich beeindruckt hat: Das Konzept „Bavarian Soul“ zieht sich durch die gesamte Architektur. Eine transparente Glasfassade lässt das Gebäude bei Dunkelheit fast schwerelos erscheinen. Innen erwartet die Passagiere ein großzügiger Marktplatz mit Duty-Free-Shops und Gastronomie, der zum Verweilen einlädt. Denn hier gilt das Prinzip der späten Gate-Anzeige: Reisende erfahren ihr Gate erst kurz vor Abflug und können die Zeit entspannt beim Shopping verbringen.
Doch bevor der erste echte Passagier hier eincheckt, muss alles getestet werden. Und genau dabei durfte ich helfen.
Warum Probeläufe? ORAT und die Lehren aus dem BER-Desaster
Warum investiert ein Flughafen Wochen in Testläufe mit Hunderten Freiwilligen? Die Antwort liegt in drei Buchstaben: BER.
Der Flughafen Berlin Brandenburg ist das Mahnmal für alles, was bei Großprojekten schiefgehen kann. Neun Jahre Verzögerung, Kosten explodiert von zwei auf rund sieben Milliarden Euro. Der ursprüngliche Eröffnungstermin im Juni 2011 platzte wegen einer nicht funktionierenden Entrauchungsanlage, defekter Sprinkler und falscher Baudokumentation. Erst im Oktober 2020 hob der erste Flieger ab, nach 47 Probebetriebstagen mit über 24.000 geschulten Mitarbeitern und fast 10.000 Komparsen.
Auch London Heathrow zeigt, dass selbst intensive Tests keine Garantie sind: Beim Terminal 5 testeten 2008 rund 15.000 Freiwillige die Abläufe. Trotzdem versanken in den ersten zehn Tagen nach der Eröffnung 42.000 Gepäckstücke im Chaos, über 500 Flüge wurden gestrichen. Die Gründe? Zeitdruck und verkürzte Schulungen, organisatorische Probleme bei Parkplätzen und Eingängen.
München macht es anders. Und das hat Tradition: Für den legendären Umzug vom alten Flughafen Riem im Mai 1992 entwickelte man hier das ORAT-Verfahren, kurz für „Operational Readiness and Airport Transfer“. In nur 16 Stunden transportierten damals 5.000 Menschen und 700 LKW den kompletten Flughafenbetrieb. Heute ist dieses systematische Inbetriebnahmemanagement weltweiter Standard, und die Tochtergesellschaft Munich Airport International berät Flughafenprojekte rund um den Globus.
Das Ziel ist simpel formuliert, aber komplex in der Umsetzung: Am Eröffnungstag so operieren, als hätte man es seit Jahren getan. Dafür werden alle Abläufe unter realistischen Bedingungen durchgespielt: Check-in, Sicherheitskontrolle, Passkontrolle, Boarding, Gepäckausgabe, Zoll. Und zwar nicht nur einmal, sondern in verschiedenen Szenarien, mit unterschiedlichen Passagiertypen und auch mit simulierten Störungen.
Ich war wie bereits erwähnt bereits 2016 beim Probebetrieb des Satelliten dabei und jetzt wieder beim neuen Flugsteig. Eines kann ich bestätigen: Die Münchner nehmen das ernst. Sehr ernst sogar!
Mein Tag als Testpassagier: Von Max Felgenhuber bis Will Power
Begrüßung und Einweisung am Flughafen München
Treffpunkt war das Terminal 1, Modul A, Ebene 4. Am Infoschalter erhielt jeder Teilnehmer einen Ausweis zum Umhängen, den Ablaufplan für den Tag und eine neongrüne Warnweste. Bei mir klebte zusätzlich ein „PRESSE“-Aufkleber auf der Brust, denn ich war an diesem Tag der einzige akkreditierte Fotograf neben dem Filmteam des Bayerischen Rundfunks. Dann war erst einmal warten angesagt, das sollte noch öfter passieren an diesem Nachmittag am Airport MUC.
Der Weg zum neuen Flugsteig am Terminal 1
Zu Fuß ging es vom Terminal 1 hinüber zum neuen Flugsteig. Der erste Eindruck? Baustelle pur. Überall hingen noch Kabel von der Decke, offene Paneele gaben den Blick auf die Technik dahinter frei, Gipswände verbargen noch nicht fertiggestellte Bereiche. Der künftige Gastro- und Shopping-Bereich war noch weit davon entfernt, Passagiere zu empfangen. Immerhin: Die lautstarken Bauarbeiten hatte man uns zuliebe reduziert, sodass wir uns auf unsere Aufgaben konzentrieren konnten. Zwischen Baugerüsten und Absperrbändern war gerade genug Freiraum für die Übung geschaffen worden.
Rund 100 Komparsen hatten sich an diesem Dienstag Nachmittag eingefunden, die Stimmung war eine Mischung aus neugierig gespannt und gut gelaunt. Zur Begrüßung gab es erst einmal ein Selfie mit Levi, dem Flughafen-Maskottchen. Dann übernahm Philipp von Gablenz, der den Testbetrieb für die Flughafen München GmbH organisiert hatte. Er und seine Kollegen erklärten uns ein paar Fakten zum Neubau, den geplanten Ablauf und die Bedeutung der verschiedenen Schilder: Wo dürfen wir hin, wo nicht? Einige Teilnehmer bekamen Sonderrollen zugewiesen, etwa als Passagier mit eingeschränkter Mobilität oder mit sperrigem Gepäck. Kurz darauf hielt ich meine erste Bordkarte in der Hand: Max Felgenhuber, Ziel Larnaca auf Zypern.
Die Sicherheitskontrolle am neuen Terminal 1 Pier
Weiter ging es zur Sicherheitskontrolle, und hier wurde es technisch interessant. Der neue Flugsteig wird mit der neuesten Generation von CT-Scannern ausgestattet, die hochauflösende 3D-Röntgenbilder liefern. Größter Vorteil für die Passagiere: Laptops und Flüssigkeiten können künftig im Handgepäck bleiben, das lästige Aus- und Einpacken entfällt. Über 45 Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern, um bis zu den Sommerferien 2026 alle Kontrollstellen am Münchner Flughafen mit dieser modernen Technik auszurüsten.
Beim Probebetrieb war davon allerdings noch nicht viel zu sehen: Die meisten Geräte steckten noch in schützender Folie. Trotzdem musste alles Metallische aufs Band, die Taschen wurden geleert, Jacken, Rucksäcke und Handgepäck durch den Scanner. Nur bei den Flüssigkeiten im Handgepäck drückte man ein Auge zu.
Was mich positiv überraschte: Die Kontrolleure waren bestens gelaunt und die Atmosphäre entspannt. Das kennt man von anderen deutschen Flughäfen durchaus anders. Wer schon mal früh morgens in Hamburg durch die Sicherheitskontrolle musste, weiß wovon ich spreche. Hier in München lief alles wie am Schnürchen, echte Anweisungen wurden gegeben, aber der Ton blieb locker.
Was genau bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen München abläuft könnt ihr übrigens hier nachelesen: https://www.sgm-muc.de/abteilung-1-sicherheitskontrolle/
Die Passkontrolle beim Zoll am Flughafen München
Nach der Sicherheitskontrolle wartete die Grenzkontrolle. Da der neue Flugsteig ausschließlich für Non-Schengen-Flüge genutzt wird, gehört die Passkontrolle hier zum Standardprogramm. An klassischen Schaltern, E-Gates waren noch nicht in Betrieb, kontrollierten Beamte der Bundespolizei unsere Unterlagen.
Als Souvenir gab es einen echten Einreisestempel, allerdings nicht in den Pass, sondern auf unseren Laufzettel. Für Flughafenfans wie mich ein nettes Andenken an diesen besonderen Tag.
Die Kontrolle ansich war kurz und freundlich. Was mir aber auffiel: Die endlosen Absperrungen für Warteschlangen standen komplett leer. Mit unseren 100 Komparsen verloren wir uns in den riesigen Flächen, die für Tausende Passagiere ausgelegt sind. Ein bisschen fühlte es sich an wie in einem „Abandoned Place“, einer verlassenen Location, nur eben nagelneu statt verfallen.
Der Wartebereich und die Gates im neuen Terminal 1 Pier
Der künftige Marktplatz mit seinen 5.200 Quadratmetern Fläche? Eine einzige Baustelle. Alles unter Folie, die Sitzbänke verpackt, die Läden und Restaurants noch im Rohbau. Wo in wenigen Monaten Duty-Free-Shops zum Stöbern einladen und Restaurants bayerische Schmankerl servieren werden, ragten Kabel aus den Wänden und stapelten sich Baumaterialien.
Trotzdem konnte man die Dimensionen erahnen. Der Blick auf das westliche Vorfeld durch die großzügige Glasfassade, die Gate-Bereiche mit ihren gläsernen Fluggastbrücken, die Großzügigkeit der Architektur. Man merkt: Hier entsteht etwas Besonderes.
Entlang der Strecke hatten die Organisatoren Snackstationen aufgebaut, an denen wir uns zwischendurch stärken konnten. Eine nette Geste, denn die Laufwege im neuen Flugsteig sind beachtlich. Ich hatte unterwegs zwei Mitstreiter kennengelernt und wir drei Herren unterhielten uns angeregt auf den langen Strecken. Auf deren Bordkarten standen die klangvollen Namen „Moritz Felgenhuber“ und „Heidi Felgenhuber“, was für den ein oder anderen Lacher sorgte.
Das Boarding an Gate A44
Am Gate A44 wartete der Höhepunkt jeder Flugreise: das Boarding. Zumindest in der Theorie. Die Durchsagen liefen, Boarding-Gruppen wurden aufgerufen, alles wie im echten Leben. Nur das Flugzeug fehlte.
Beim elektronischen Boarding-System zeigten sich noch Kinderkrankheiten. Die Scanner wollten nicht so recht, also wurde kurzerhand auf händisches Einchecken umgestellt. Genau dafür sind Probeläufe da: Solche Fehler jetzt zu finden, nicht am Eröffnungstag.
Durch die gläsernen Fluggastbrücken durften wir diesmal nicht. Stattdessen ging es ein Stockwerk tiefer zurück und auf die Rolltreppe zur nächsten Simulation. Der Blick aufs Vorfeld war trotzdem frei einsehbar und gab einen Eindruck davon, wie künftig Emirates-A380 oder Qatar-Dreamliner hier andocken werden.
Die Ankunft: Gepäckausgabe und Zollkontrolle
Rollenwechsel: Für die nächste Simulation kamen wir als Passagiere aus Dubai an. Das bedeutete einen langen Fußmarsch zur Gepäckausgabe. Die Dimensionen des neuen Flugsteigs werden Reisenden künftig einiges an Schritten abverlangen.
An den Gepäckbändern, die noch in blaue Schutzfolie verpackt waren, warteten keine echten Koffer auf uns. Stattdessen erhielt jeder ein laminiertes Stück Papier: einen virtuellen Koffer, entweder grün für zollfreien Inhalt oder rot für zu verzollende Waren. Ich hatte Glück und zog grün.
Trotzdem wurde ich an der Zollkontrolle rausgezogen. Der Beamte musterte meine Kameraausrüstung und fragte: Wie alt? Preis? Wo gekauft? Ob ich die Rechnung dabei hätte? Hatte ich natürlich nicht. Dann gab er mir einen wertvollen Tipp, den ich hier gerne weitergebe: Bei hochwertigen Kameras oder anderen teuren Gegenständen sollte man die Rechnung auf dem Handy gespeichert haben. Ein Foto reicht als Nachweis für den Zoll völlig aus. Das bewahrt einen vor unangenehmen Diskussionen bei der Wiedereinreise.
Im Gegensatz zum Probebetrieb 2016 auf dem Satelliten gab es diesmal also eine vollständige Zollkontrolle. Der neue Flugsteig ist eben auf Non-Schengen-Verkehr ausgelegt, da gehört das dazu.
Kaum war die Ankunft aus Dubai abgeschlossen, wartete schon die nächste Rolle auf mich. Neue Bordkarte, neuer Name: Will Power, Ziel Newark. Diesmal also in die USA. Der Ablauf war mittlerweile vertraut: Check-in, Sicherheitskontrolle, Passkontrolle, Gate. Die Routine stellte sich ein, und genau das ist ja der Sinn solcher Probeläufe. Nicht nur die Technik wird getestet, sondern auch die Abläufe müssen sich einspielen. Personal und Prozesse finden ihren Rhythmus.
Abendessen auf der Baustelle
Nach mehreren Durchläufen knurrte der Magen. Am Gate A51 hatten die Organisatoren Biergarnituren in Reih und Glied aufgestellt, alles blitzsauber trotz der Baustelle drumherum. Es gab verschiedene Wraps zur Auswahl: mit Hühnchen, vegetarisch oder vegan. Dazu Softdrinks, frisches Obst und etwas Süßes zum Nachtisch. Und auch der dringend notwendige Gang zur Toilette stellte sich als spannend heraus…
Die Stimmung war gelöst, an den langen Tischen kamen schnell Gespräche zustande. Doch wer macht bei so einem Probebetrieb eigentlich mit? Ein bunter Mix, wie sich herausstellte. Viele waren einfach Luftfahrt-Enthusiasten, die jede Gelegenheit nutzen, hinter die Kulissen eines Flughafens zu blicken. Andere entpuppten sich als aktive oder ehemalige Mitarbeiter des Airports, die aus rein professionellem Interesse dabei waren.
Eine besondere Aktion lief nebenbei: Ein großes Lego-Mosaik lag bereit, und jeder konnte nach einer Vorlage ein paar Steine zum Gesamtbild beitragen. Ein schönes Gemeinschaftsprojekt. Ich bin gespannt, wie es aussieht, wenn es fertig ist und wann ich das selbst sehen darf!
Dann ging es schon an die Einweisung zur abschließenden Notfallübung, zu welcher eigens das Bayerische Fernsehen mit einem Kamerateam vor Ort war. Das Video dazu findet Ihr weiter unten im Beitrag.
Die Notfallübung am brandneuen Terminal 1 Pier
Nach dem Abendessen stand der letzte Programmpunkt an: Eine Notfallübung mit simuliertem Brandalarm und Evakuierung. Die Erwartungen meinerseites waren hoch, die Realität jedoch eher ernüchternd unspektakulär.
Zunächst hieß es warten. Lange warten. Als es dann endlich losging, blieb das Szenario merkwürdig unrealistisch. Kein Alarm, keine Durchsagen, das Personal blieb auffällig ruhig. Theaternebel waberte durch die Gänge, ein paar Bundespolizisten und Feuerwehrleute beobachteten die Szenerie. Das war es aber auch schon für uns als Komparsen. Dass die Sprinkleranlage aus blieb, ist verständlich. Aber etwas mehr Dramatik hätte dem Ganzen gutgetan.
Einige Komparsen hatten Sonderrollen übernommen und waren speziell als Verletzte geschminkt worden. Sie tauchten überzeugend in ihre Rollen ein. Andere mussten den Notruf wählen und Meldung machen. Der Rest von uns wurde vom Personal nach draußen geführt, zwei Treppen zu Fuß hinunter. Ich blieb so lange wie möglich oben, um noch ein paar Fotos zu machen, wurde dann aber auch nach unten geschickt.
Vor dem Gebäude wartete ein Bus auf uns. Dort saßen wir dann eine gefühlte Ewigkeit bei offenen Türen in der Dezemberkälte und sahen von der Blaulichtparty auf dem Vorfeld nur wenig. Feuerwehr, Rettungswagen, das volle Programm, aber eben auf der anderen Seite des Terminal 1. Nach etwa einer Stunde war auch diese Übung beendet.
Der Abschluss
Zurück am Infoschalter im Terminal 1 gaben wir unsere neongrünen Westen ab und erhielten zum Dank einen Beutel mit Goodies: Socken, ein Brotzeitbrettl, eine Trinkflasche und weitere Kleinigkeiten, alles mit dem Logo des Flughafen München versehen. Ein nettes Andenken an einen nicht ganz so gewöhnlichen und durchaus interessanten Nachmittag auf dem Flughafen München.
Fazit: Zwei Probeläufe im Vergleich
Fast zehn Jahre liegen zwischen meinen beiden Einsätzen als Testpassagier am Flughafen München. Der Vergleich fällt eindeutig aus: Der Probebetrieb 2016 auf dem Satelliten war größer angelegt und deutlich besser organisiert. Damals strömten Hunderte Komparsen durch das neue Gebäude, diesmal waren wir nur rund 100 Teilnehmer. Das machte die Abläufe zwar übersichtlicher, aber weniger realitätsnah.
Trotzdem war der Tag kurzweilig, informativ und beeindruckend. Der neue Flugsteig am Terminal 1 wird den Flughafen München als Premium-Drehkreuz weiter stärken. Ich bin sehr darauf gespannt, wann ich hier als echter Passagier abfliege und erwarte mir nach allem was ich sehen und erleben durfte eine schnelle und effiziente Abwicklung.
Wer selbst einmal bei einem solchen Probebetrieb mitmachen möchte: Der Flughafen Frankfurt sucht für sein neues Terminal 3, das ebenfalls 2026 eröffnet, noch Tausende Freiwillige. Wer Zeit und Lust hat, dem kann ich die Teilnahme empfehlen. Bezahlt wird allerdings nicht, die Goodies und der exklusive Blick hinter die Kulissen müssen als Belohnung reichen. Hier geht’s zum Anmeldelink:
Für Blogger und Journalisten mit Interesse an Luftfahrtthemen lohnt sich eine Presseanfrage. Die Akkreditierung war unkompliziert und ermöglichte mir als einzigem Fotografen des Tages diese exklusiven Einblicke. Das Filmteam des Bayerischen Rundfunks war ebenfalls vor Ort. Aus deren Beitrag habe ich mich erfolgreich rausgehalten, das Video könnt ihr hier sehen:
Mehr Blicke hinter den Kulissen des Flughafen München im Reiseblog
Transparenzhinweis: Die Teilnahme am Probebetrieb war nicht gesponsert. Ich bedanke mich herzlich bei der Presseabteilung des Flughafen München für diese einmalige Gelegenheit.
Daniel Dorfer | Reisejournalist (VDRJ): Mit der Erfahrung aus über 40 Ländern und von 40+ Kreuzfahrten (u.a. als Crew-Mitglied) schreibt er heute als Familienvater ehrliche Reisetipps für ganz normale Urlauber. Mehr erfahren...