Pünktlich jedes Jahr zur großen Reisemesse ITB in Berlin findet sie statt: Die Preisverleihung für den „Reiseblog des Jahres“.
Auch 2026 wurde diese Auszeichnung wieder live auf der ITB vergeben. Am 4. März 2026 wurden auf der Messe in Berlin die Preisträger geehrt – und ich präsentiere euch das Ergebnis hier wie jedes Jahr ausführlich. Denn diese Blogs und ihre Macher:innen haben es verdient, noch einmal gesondert gewürdigt zu werden.
Im folgenden Inhaltsverzeichnis findet ihr eine Übersicht der besten Reiseblogs des Jahres 2026.
Wie wird der beste Reiseblog des Jahres gewählt?
„Oh je“, mag der ein oder andere nun denken, „schon wieder so ein Ranking, von dem keiner so recht weiß, wie es zustande kommt…“
Weit gefehlt. Ermittelt wurde dieses Reiseblogger-Ranking durch eine Fachjury aus echten Branchenkenner:innen. 169 Juror:innen nahmen bis Mitte Januar 2026 an der Wahl teil: Reiseblogger:innen, freie Journalist:innen, Redakteur:innen, Pressesprecher:innen und PR-Agent:innen. Und dabei wird nicht nur irgendein Reiseblog gewählt – es gab Extra-Punkte für:
- die sprachliche Darstellung / Originalität
- die visuelle Darstellung / technische Umsetzung
- die Authentizität / Glaubwürdigkeit / Transparenz
- den Inspirationsfaktor
Das klingt doch so, als hätte die Wahl dieser Top-Reiseblogs Hand und Fuß, meint ihr nicht auch?
Der Initiator dieser alljährlichen Reiseblogger-Bestenliste ist die Touristik PR und Medien Journalisten GbR, ein Journalistenbüro, das seit vielen Jahren die in der Touristik-PR-Branche hoch geschätzten Standardwerke „Das Handbuch Touristik PR“ und „Das Handbuch Touristik Medien“ veröffentlicht.
Alle Blogger:innen, die in diesen Büchern vertreten sind, standen der Jury zur Wahl. Sich selbst zu wählen führte übrigens zur sofortigen Disqualifikation. Ich selbst war in diesem Jahr als Juror dabei und hab meine Stimme entsprechend gerne abgegeben.
Wer hat den besten Reiseblog? Hier die 10 besten Reiseblogs des Jahres 2026
1. Cruisetricks von Franz Neumeier
Fünf Mal in Folge. Das ist kein Zufall mehr, das ist Dominanz! Franz Neumeiers Cruisetricks.de hat sich auch 2026 wieder an die Spitze gesetzt – mit 139 Punkten und deutlichem Abstand zu den Verfolgern.
Für mich persönlich war die Sache klar. In meinem eigenen Ranking der besten Kreuzfahrtblogs steht dieser Blog schon lange ganz oben. Franz liefert seit Jahren das, was guten Reisejournalismus ausmacht: Fundierte Recherche, persönliche Einschätzungen, klare Sprache und das auch dann noch, wenn er grad irgendwo zwischen den Seychellen und Hawaii auf See ist.
Kompetent, offen, meinungsstark und nie um eine Antwort verlegen. Sein Podcast bringt regelmäßig interessante Gäste aus der Kreuzfahrtbranche an den Tisch, die Fragen stellen und Antworten geben, die man so anderswo nicht findet.
Auch bei der Wahl zum Reisejournalisten des Jahres 2026 landete Franz auf Platz 5 – als einziger Blogger in einer Liste, die sonst von Zeitungsredakteur:innen dominiert wird. Herzlichen Glückwunsch, lieber Franz. Fünf Mal voll verdient!
Sein Beitrag zur Preisverleihung: cruisetricks.de/reiseblog-des-jahres-2026
2. Filmtourismus von Andrea David
Vom fünften Platz direkt auf Platz zwei – das ist der stärkste Aufstieg in diesem Jahrgang. Und wer Andrea Davids Filmtourismus.de kennt, wundert sich nicht.
Was die Hamburgerin seit 2007 aufgebaut hat, ist schlicht einzigartig. Über 1.000 Drehorte aus mehr als 300 Filmen und Serien hat sie inzwischen besucht – von den Harry-Potter-Kulissen in den schottischen Highlands bis zu den „Inception“-Locations in Paris. Dabei ist ihre Methode weltberühmt: Andrea druckt Filmszenen aus und hält sie am Original-Drehort so in die Kamera, dass Fiktion und Realität nahtlos ineinandergleiten. Will Smith hat eines dieser Fotos mal mit rund 40 Millionen Followern geteilt. Sogar Michael J. Fox höchstpersönlich.
Was als Diplomarbeit über den Einfluss von Filmen auf Reiseentscheidungen begann, ist heute ein veritables Medienunternehmen. Über eine Million Instagram-Follower, ein zweites Buch bei Bruckmann (Oktober 2025: „Szene für Szene die Welt entdecken II„), eine Nominierung bei den TravMedia Awards als „Best Travel Blogger“ – Andrea David hat längst die reine Blog-Welt hinter sich gelassen.
Platz 2 ist absolut verdient. Herzlichen Glückwunsch!
3. Wanderfreak von Jörg Bornmann
Man muss Jörg Bornmann lassen: Was der Mann aufgebaut hat, ist beeindruckend. Wanderfreak.de feiert 2026 sein 20-jähriges Bestehen – damals ging der Blog im April 2006 online, als das Wort „Blog“ im Deutschen noch kaum gebräuchlich war. Seitdem ist ein professionelles Online-Magazin entstanden, das monatlich 85.000 bis 100.000 Unique Visitors anzieht und mit einem guten Dutzend freier Reisejournalist:innen arbeitet.
Bornmann selbst ist gelernter Reisejournalist, geprüfter Diplom-Sommelier und Dozent an der Münchner Volkshochschule – ein Profil, das erklärt, warum Wanderfreak eben nicht nur Touren und Höhenmeter dokumentiert, sondern immer auch die Einkehr, den Wein und das regionale Gericht danach. „Genuss-Wandern“ nennt er das selbst, und das trifft es gut.
Dass er auch in diesem Jahr wieder in den Top 3 gelandet ist, dürfte vor allem einem geschuldet sein: Wenn drei Blogs desselben Herausgebers zur Wahl stehen, sammelt sich naturgemäß einiges an Stimmen. Doch dazu gleich mehr.
Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag – und zu Platz 3!
4. Mein Frankreich von Hilke Maunder
Hilke Maunder hat sich über Jahre hinweg eine Nische erschlossen, die kaum eine andere deutschsprachige Bloggerin so konsequent besetzt: Frankreich in seiner ganzen Tiefe. Nicht als Urlaubsratgeber, sondern als Lokaljournalismus in XXL.
Die Hamburger Journalistin und Buchautorin liefert auf meinfrankreich.com wöchentlich Gastronomie- und Reisetipps, Landschaftsporträts, Kulturberichte und gesellschaftliche Einordnungen aus der Grande Nation. Auf ihren Reisen trifft sie Menschen, die mit Leidenschaft leben, entdeckt unbekannte Winkel und berichtet auch über schwierigere Themen wie Landflucht oder soziales Engagement vor Ort.
Frankreich-Urlauber finden hier alles, was sie wissen müssen – und vieles, das sie noch gar nicht zu suchen wussten. Dass sie 2014 mit der Médaille de Tourisme der Republik Frankreich ausgezeichnet wurde, passt ins Bild. Platz 4, stabil wie immer. Herzlichen Glückwunsch!
5. Lilos Reisen von Lilo Solcher
Lilo Solcher ist eine der wenigen Blogger:innen in diesem Ranking, bei der der Begriff „Reisejournalismus“ wirklich zutrifft. Die Augsburgerin war viele Jahre Reisechefin der Augsburger Allgemeinen, Chefredakteurin des VDRJ-Magazins „Columbus“ und Sprecherin der Touristischen Runde München. Diese Vita merkt man jedem Beitrag auf lilos-reisen.de an.
Reisereportagen, Buchrezensionen, Interviews, Branchenanalysen – Lilo liefert journalistische Tiefe, die in der Blog-Welt selten ist. Sie schreibt über Overtourism genauso wie über Reiserecht bei geopolitischen Krisen, und ihre Reportagen aus Europa sind fundiert und lesbar zugleich. Ein Blog für Leser:innen, die mehr wollen als Hoteltipps.
Nach Platz 3 im Vorjahr landet sie 2026 auf Platz 5 – ein kleiner Rückschritt, aber bei dieser Konkurrenz kein Makel. Als Kollegin in der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten e.V. freue ich mich besonders, sie hier wieder zu sehen.
6. Genussfreak von Jörg Bornmann
Ja, Jörg Bornmann ist auch dieses Jahr wieder mit einem zweiten Blog in den Top 10. Der Food- und Genussreise-Blog Genussfreak.de klettert von Platz 9 auf Platz 6 – und wer mag, kann sich gerne selbst ausrechnen, wie viele Stimmen der Herausgeber zusammengenommen auf seine drei Projekte versammelt.
Als ausgebildeter Sommelier und VHS-Dozent für Kochkurse und Weinseminare verbindet Bornmann auf Genussfreak Tourismus, Kulinarik und Weingenuss auf eine Art, die durchaus ihren eigenen Charakter hat. Regionale Küche, Weinregionen, Genussrouten – das Thema ist klar umrissen und die Inhalte professionell gemacht -auch wenn ein Foodblog in meinen Augen eher weniger in der Kategorie Reiseblog zu suchen hat.
Herzlichen Glückwunsch also auch für diesen Blog!
7. Fräulein Draußen von Kathrin Heckmann
2025 noch auf Platz 2, jetzt auf Platz 7 – das ist ein deutlicher Rückgang. Dabei hat Kathrin Heckmann in den vergangenen zwölf Monaten alles andere als geschwiegen.
Die Münchnerin, die heute in Noord-Holland lebt, betreibt mit Fräulein Draußen einen der reichweitenstärksten Outdoor-Blogs im deutschsprachigen Raum. 2013 gegründet, 2016 gekündigt – die dreimonatige, 1.500 Kilometer lange Solowanderung durch Großbritannien von Land’s End bis nach Schottland war der persönliche Wendepunkt, der ihren Lebensweg veränderte. Seitdem ist sie fast überall gewandert, wo man wandern kann: Australien, Alaska, Patagonien.
Was Kathrin besonders macht, ist die Kombination aus Abenteuerlust und Haltung. Sie reist fast ausschließlich solo, engagiert sich für Naturschutz und Rewilding, und hat zuletzt das Gravelbike als neue Leidenschaft entdeckt – aktuelle Beiträge führen über den Pfälzer Weinsteig, den Northumberland Coast Path und per Bikepacking rund um Bremen. Bei Ullstein sind zwei Bestseller erschienen: „Fräulein Draußen“ (2020) und „Fräulein Draußens Gespür für Wildnis“ (2023).
Platz 7 mag überraschend sein – der Blog ist es nicht. Herzlichen Glückwunsch, Kathrin!
8. Radlfreak von Jörg Bornmann
Und da ist er schon wieder: Jörg Bornmann, diesmal mit seinem dritten Projekt. Radlfreak.de ist seit 2015 das Rad- und Reisemagazin im Bornmann-Netzwerk – Stadtradeln, Tourenradeln, E-Biken, alles dabei. Auch hier arbeitet er mit einem guten Dutzend Reise- und Radjournalist:innen zusammen, auch hier ist der Anspruch klar: Online-Magazin, kein persönliches Reisetagebuch.
Mit einem Projekt in den Top 10 zu landen, ist eine Leistung. Mit dreien braucht man sich über die Verteilung der eigenen Jury-Community keine Gedanken mehr zu machen.
Dennoch: Die Inhalte sind solide, die Reichweite ist real, und das Thema Radreisen verdient einen guten Blog. In diesem Sinne – herzlichen Glückwunsch!
Persönliche Anmerkung: Fairerweise fände ich nach wie vor, dass ein Hauptprojekt pro Blogger in dieser Topliste vollkommen ausreichen sollte.
8. Reisedepeschen von Johannes Klaus (gemeinsam mit Radlfreak)
Punktgleich mit Radlfreak auf Platz 8 landen die Reisedepeschen von Johannes Klaus – und das aus gutem Grund. Der Reisejournalist und Grimme-Preisträger hat über viele Jahre hinweg etwas aufgebaut, das man in der Blogwelt selten findet: unabhängigen, hochwertigen Reisejournalismus ohne Marketingsprech.
Eine sorgfältig kuratierte Auswahl an deutschsprachigen Reiseberichten, Fotos und Videos – unterhaltsam, glaubwürdig, inspirierend. Mehrere renommierte Reisejournalist:innen schreiben für das Projekt mit, was dem Blog die thematische Tiefe gibt, die ein einzelner Blogger kaum leisten könnte.
Dass der Grimme Online Award Gewinner von 2011 nach wie vor im Ranking auftaucht, ist kein Zufall. Hier lohnt es sich, in aller Ruhe zu stöbern. Herzlichen Glückwunsch zu Platz 8!
10. Tracks and the City von Sandra Wickert
Neu in den Top 10 – und direkt mit einem der ungewöhnlichsten Blog-Konzepte im ganzen Ranking. Tracks and the City von Sandra Wickert verbindet, was man nicht unbedingt zusammen erwartet: Trail Running und Kulinarik, Laufstrecken und Backstuben, Meditationswanderungen und Workation-Tipps.
Die Berlinerin, aufgewachsen in einem 3.000-Einwohner-Dorf am Bodensee, bezeichnet sich selbst als „inoffizielle deutsche Botschafterin für Porridge“ – was ganz gut beschreibt, mit welchem Humor und welcher Konsequenz sie ihre Nische besetzt. Slow Travel heißt das Schlagwort, und das bedeutet bei Sandra: wirklich ankommen, echte Geschichten erzählen, nicht die übliche Sehenswürdigkeiten-Checkliste abarbeiten.
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Neben dem Blog betreibt sie außerdem „A decent cup of tea“ – einen eigenen Großbritannien-Blog inklusive Podcast. Schottland besucht sie mindestens zweimal pro Jahr, 2024 erschien ihr Buch „Soul Places Schottland – Die Seele Schottlands spüren“ im Reise Know-How Verlag mit 80 Sehnsuchtsorten. Rund 35.000 Leser:innen pro Monat, zu 75 Prozent weiblich – eine klar umrissene, treue Leserschaft.
Herzlichen Glückwunsch, Sandra – ein verdienter Einzug in die Top 10!
Kennzeichnend für den hohen Qualitätsstandard vieler der ausgezeichneten Reiseblogs ist die Mitgliedschaft der betreffenden Reiseblogger in der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten e.V..
Meine persönlichen Reiseblog-Empfehlungen aus den Top 50 2026
Diese Reiseblogs lese ich selbst sehr gerne und empfehle sie daher weiter – schaut mal rein, es lohnt sich:
- Platz 11: peopleabroad.de – Reisen mit echten Menschen im Mittelpunkt
- Platz 17: freibeuter-reisen.de – Abenteuerreisen für Freigeister
- Platz 35: phototravellers.de – Abenteuer und Fotografie mit Biggi und Flo
- Platz 36: blickgewinkelt.de – Reisen und Leben mit Inka
Die komplette Liste der 50 Top Reiseblogs
Hier geht es zum kompletten Wahlergebnis 2026.
Zusätzlich werden jedes Jahr auch der „Pressesprecher des Jahres“, die „PR-Agentur des Jahres“, das „Verkehrsbüro des Jahres“, die „Reiseredaktion des Jahres“ und der „Reisejournalist des Jahres“ gekürt. Alle Gewinner 2026 gibt es im Detail auch direkt als PDF zum Download: TPR/TM Awards 2026 – Die Gewinner (PDF)
Gute Gründe für dieses Reiseblog-Ranking
Warum ich diese Liste hier noch einmal explizit veröffentliche, obwohl sie bereits an anderer, offizieller Stelle erschienen ist, hat drei gute Gründe:
- haben es diese ausgezeichneten Reiseblogger:innen verdient, noch einmal gesondert erwähnt zu werden.
- sind die besten Reiseblogs 2026 hier direkt verlinkt und mit einem Klick aufrufbar.
- ist es natürlich auch meiner eigenen Auffindbarkeit zum Thema Reiseblog in den Suchmaschinen dienlich – so ehrlich will ich sein.
Ein Leser hat in den Kommentaren zum Vorjahresartikel angemerkt, dass bei diesem Ranking immer wieder dieselben Namen auftauchen. Das stimmt – und das hat Gründe: Nominiert werden alle Blogs, die im offiziellen Verzeichnis der Redaktion gelistet sind. Die Wahl trifft dann eine touristische Fachjury. Netzwerk, Bekanntheit und journalistische Reichweite spielen eine Rolle, klar. Viele Platzierungen sind fachlich absolut nachvollziehbar, manche sind es weniger. Das Ranking ist derzeit das einzige dieser Art, das seit Jahren halbwegs konstant erscheint – mit allen Stärken und allen Schwächen. Mir ist wichtig, das offen zu benennen.
Was macht man als Reiseblogger? Wie mache ich einen Reiseblog?
Gute Reiseblogger:innen schreiben nicht nur ein paar Sätze zu den schnell geschossenen Fotos vom letzten Sommerurlaub oder der letzten Städtereise. Wie Journalist:innen recherchieren sie schon vor der Reise Hintergründe, legen Reiserouten und mögliche Ausflüge fest. In ihren Beiträgen verweisen sie auf Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants, Erlebnisse und interessante Angebote vor Ort – mit dem Ziel, dem Leser später nützliche Tipps für die eigene Reise zu geben.
Die Ansprüche an gute Fotos sind mittlerweile sehr hoch, denn das Auge isst mit. Oft verfügen Reiseblogger:innen über eine hochwertige Fotoausrüstung und planen den richtigen Zeitpunkt für eindrucksvolle Aufnahmen. Diese Bilder werden dann nicht nur später im Blog veröffentlicht, sondern oft schon während der Reise auf Social-Media-Kanälen gepostet.
Wieder zu Hause, ist der Reiseblogger Autor, Redakteur, Fotolabor und SEO-Spezialist in einem. All das gesammelte Material muss gesichtet und aufbereitet werden, und die Artikel müssen nach bestimmten Suchkriterien verfasst werden. Wer in der Masse der Reiseblogs nicht gefunden wird, bleibt mit seinen Beiträgen unsichtbar.
Wenn es gut läuft, arbeiten sie mit Kooperationspartnern wie Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften, Reedereien oder Hotels zusammen. Doch das ist selten und meist einer kleinen Elite vorbehalten. Einen Reiseblog zu betreiben ist ein Knochenjob – und sollte entsprechend honoriert werden.
Hier geht es zum Leitfaden Reiseblog erstellen mit WordPress in meinem Blog.
Wie wird man Reiseblogger?
Vor ein paar Jahren war es noch einfacher: Reisetagebuch ins Netz stellen, ein paar persönliche Fotos dazu – fertig. Mit der wachsenden Flut solcher Urlaubsblogs ist es echte Arbeit geworden, aus der Masse herauszustechen. Regelmäßiges Publizieren, intensive Suchmaschinenoptimierung und eine klare inhaltliche Positionierung sind mittlerweile mindestens genauso wichtig wie qualitativ hochwertige Inhalte.
Gute Reiseblogs – eine Frage von Zeit, Leidenschaft und Geld
Die meisten der hier aufgeführten Blogger:innen sind echte Profis. Entweder arbeiten sie als hauptberufliche Journalist:innen, Fotograf:innen, PR-Profis oder Touristiker:innen. Das merkt man spätestens beim Lesen und beim Betrachten der Fotos. Da stimmt von der Planung über die Recherche bis zur Bildkomposition so ziemlich alles. Ein guter Reiseblogger zu sein ist ein Knochenjob – und sollte entsprechend honoriert werden. Allein für die technische Ausstattung und das Hosting zahlt man viel Geld, ganz zu schweigen von der Zeit, die man in hochwertigen, suchmaschinenfreundlichen Content und die regelmäßige Pflege der Social-Media-Kanäle investiert.
Mein eigener Fernwehblog war auch 2026 nicht in den Top 50 vertreten. Das ist schade, aber ehrlich gesagt nicht überraschend: Als Reisejournalist, KI-Berater und Vater von zwei Kindern im schönen Voralpenland bleibt für ausgedehnte Reisereportagen oft weniger Zeit, als ich mir wünsche. Reiseberichte warten noch auf ihre Veröffentlichung – aber im Gegensatz zu vielen der hier gelisteten Kolleg:innen ist das für mich nach wie vor ein liebgewonnenes Hobby neben dem Hauptberuf, kein Vollzeitjob.
Was mich aber freut: Als gelisteter Juror in der diesjährigen Wahl konnte ich zumindest meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass die richtigen Blogs die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Das zählt auch.
Häufige Fragen rund um Reiseblogs
Welcher Reiseblog?
1. Cruisetricks von Franz Neumeier
2. Filmtourismus von Andrea David
3. Wanderfreak von Jörg Bornmann
4. Mein Frankreich von Hilke Maunder
5. Lilos Reisen von Lilo Solcher
6. Genussfreak von Jörg Bornmann
7. Fräulein Draußen von Kathrin Heckmann
8. Radlfreak von Jörg Bornmann & Reisedepeschen von Johannes Klaus
10. Tracks and the City von Sandra Wickert
Verdienen Reiseblogger Geld?
Ja – aber die wenigsten davon richtig gut, und kaum einer vom ersten Tag an. Die Einnahmequellen sind vielfältig: Affiliate-Links (Provisionen für vermittelte Buchungen bei Hotels, Mietwagen oder Reiseveranstaltern), Display-Werbung über Netzwerke wie Google AdSense oder Mediavine, bezahlte Kooperationen mit Tourismusorganisationen, Reedereien oder Hotels sowie gesponserte Reisen, bei denen Unterbringung und Transport übernommen werden. Hinzu kommen für manche Blogger:innen Einnahmen aus eigenen Produkten wie Büchern, Online-Kursen oder Fotografie.
Die Realität sieht so aus: Wer einen Blog nebenbei betreibt, deckt vielleicht die technischen Kosten. Wer ihn professionell und vollzeit betreibt, braucht eine klare Strategie, ein gewisses Suchvolumen und gute Netzwerke. Mehrere der hier gelisteten Top-10-Blogs sind echte Medienunternehmen, die mehrere freie Mitarbeiter:innen beschäftigen. Das ist die Ausnahme – keine Regel.
Was unterscheidet einen guten Reiseblog von einem schlechten?
Das lässt sich aus den Kriterien der Fachjury dieser Wahl gut ableiten. Bewertet werden: Authentizität und Glaubwürdigkeit, sprachliche Originalität, visuelle und technische Qualität sowie der Inspirationsfaktor. Ein guter Reiseblog beantwortet also nicht nur die Frage „Was gibt es dort zu sehen?“, sondern nimmt den Leser mit – durch persönliche Perspektive, ehrliche Einschätzungen und Bilder, die Lust auf mehr machen.
Schlechte Reiseblogs klingen austauschbar, weil sie es oft sind: generische Beschreibungen, Stockfotos, keine eigene Stimme. Wer das liest, hätte genauso gut bei einem Reisekatalog bleiben können. Der Unterschied liegt letztlich im Mut, eine eigene Meinung zu haben und diese klar auszudrücken.
Wie kann ich meinen Reiseblog für die Wahl nominieren?
Die Grundvoraussetzung ist ein Eintrag im Pressehandbuch „Touristik Medien“ der Touristik PR und Medien Journalisten GbR. Dort sind alle Blogs gelistet, die zur Wahl stehen. Wer sich eintragen lassen möchte, findet alle Informationen unter touristikpr.de. Der Eintrag ist kostenpflichtig und richtet sich an professionell tätige Reiseblogger:innen, die ihren Blog als journalistisches Medium betreiben. Einmal gelistet, kann man bei der nächsten Wahl zur Jahreswende automatisch von der Fachjury nominiert werden – vorausgesetzt, man enthält sich der eigenen Stimme, sonst führt das zur Disqualifikation.
Gibt es noch andere Reiseblog-Rankings?
Es gab sie – aber die meisten sind wieder verschwunden. Leserumfragen auf einzelnen Blogs, Community-Abstimmungen in Facebook-Gruppen oder einmalige Aktionen von Reisemagazinen haben kommen und gehen lassen, was das Genre der Reiseblog-Rankings ausmacht: Viele starten enthusiastisch, wenige halten durch.
Die Wahl der Touristik PR und Medien Journalisten GbR ist derzeit das einzige mir bekannte Ranking im deutschsprachigen Raum, das seit Jahren konstant erscheint, auf einer echten Fachjury basiert und transparent kommuniziert, wie es zustande kommt. Das macht es nicht fehlerlos – aber verlässlich. Und das ist in dieser Branche schon eine Menge wert.
Disclaimer: Dieser Artikel wurde in keiner Form gesponsert. Die Veröffentlichung des Rankings erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch die Touristik PR und Medien Journalisten GbR.
Daniel Dorfer | Reisejournalist (VDRJ): Mit der Erfahrung aus über 40 Ländern und von 40+ Kreuzfahrten (u.a. als Crew-Mitglied) schreibt er heute als Familienvater ehrliche Reisetipps für ganz normale Urlauber. Mehr erfahren...

Lieber Daniel. Herzlichen Glückwunsch zum 15. Platz. Eine tolle Leistung
Merci vielmals, lieber Hans! :-)
Damit hätte ich ehrlich gesagt nie gerechnet…
Lieber Daniel,
tausend Dank für deine lobenden Worte und auch dir herzlichen Glückwunsch! Du hast recht, das Reiseblogger-Dasein ist wirklich verdammt zeitraubend, arbeitsintensiv und trotzdem wunderbar. Und ins Hamsterrad gerät man nie, weil es kaum Routine gibt. Apropos Hamster: Wir haben keinen! :-))) Aber bald Hühner, nur, falls du ein H brauchst.
Liebe Grüße von der Küste! Elke
Liebe Elke,
Ehre wem Ehre gebührt.
Und das mit dem Hamster hab ich irgendwie falsch interpretiert… und nun korrigiert! ;-)
Liebe Grüße aus den Alpen! Daniel
Kein Problem! Vielleicht, weil wir mal Meerschweinchen hatten? ;-) Danke und liebe Grüße!
Ich glaub fast das war es was mich verwirrt hat… ;-)
So eine Blogger-Liste ist immer eine Prise Inspiration für seinen eigenen Blog – besten Dank für die coole Auflistung!
Liebe Grüsse
Marc
Hallo Daniel,
dein 15. Platz ist aber sensationell, herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank auch für die Liste, da finde ich wieder viel zum Stöbern.
Liebe Grüße
Karen
Hallo Daniel,
eine tolle Blogliste, da bin ich gleich beim Stöbern bei einigen hängen geblieben … inkl. bei dir. ;-)
LG, Chris
Ein toller Blog. Danke für die unermüdliche Arbeit, die in diesem Blog steckt und natürlich auch lieben dank für die Liste.
Liebe Grüße Alisa
Beim googeln drauf gestoßen, dass es tatsächlich eine Preisverleihung für Reiseblogs gibt. Find ich klasse. Hab in der Liste auch tatsächlich Blogs gefunden, die ich selber lese. Als Reisebloggerin frag ich mich nun allerdings, wie kommen die Nennungen zustande? Kann man sich bewerben? Werden die Blogs ausgesucht? Ist mir noch nicht so ganz klar.
Ich kannte von diesen Blogs keinen einzigen. Auch wusste ich nicht, dass es eine Preisverleihung gibt. Das ist stark! Vielen Dank für die Übersicht.
Spannend den Artikel zu lesen. Interessant ist für mich auch, dass die Blogs die ich so lese hier nicht dabei sind. Nun dafür fand ich über diesen Weg eben andere, die ich vermutlich auch weiter folgen werde. Aber was mich stutzig macht ist, dass hier für die besten Blogs in 2024 geworben wird. Kommentare aber bis 2019 zurück gehen. Woran liegt das?
Servus Markus, diese Liste ist ein bisschen Journalismus-lastiger, aber das ist doch auch mal interessant. :-) Das mit den älteren Daten liegt daran, dass ich das jährlich erscheinende Update der Wahlen hier auch ausführlich präsentiere. ;-) Jedes Jahr zur ITB…
Danke Dir für den Artikel, Daniel! Jetzt erst entdeckt. Grazie ;-)
Sehr gerne doch, liebe Tanja! :-) Ehre wem Ehre gebührt!
Super Blogbeitrag und vor allem eine Tolle Übersicht!
Sehr schön auch alles geschrieben!
Hi Daniel,
magst mal meinen https://kitesurf-reisen.eu blog checken? 18 Jahre online, 750 Berichte über das Reisen und Kiten in DE und EN. Gaaaanz viele Liebe abseits Mainstream drin. Würde mich über eine Empfehlung freuen!
LG aus Dahab
Frank
Hi Frank,
Danke für den Tipp, aber in diesem Beitrag geht es um das Ergebnis einer offiziellen Wahl und keine persönliche Empfehlung.
Viel Erfolg weiterhin mit Deinem Blog!
Es stehen immer dieselben Reiseblogger auf der Liste und das seit Jahren. Sogar in Jahren in denen gar nichts veröffentlicht wurde. Warum? Weil das schon immer so wahr und von der „unvoreingenommenen“ Jury sich niemand die Mühe macht sich umzusehen. Denn man kennt sich. Ich kann dieses Ranking nicht ernst nehmen und zum Glück geht es nicht über die Reiseblogger-Bubble hinaus.
Hallo Valerie, danke dir für den klaren Kommentar. Den Punkt sehe ich tatsächlich oft: Immer wieder die gleichen Namen – teils trotz langer Funkstille.
Ich habe die zuständige Fachredaktion in den vergangenen Jahren mehrfach auf genau diese Problematik hingewiesen. Das Ranking ist derzeit leider das einzige, das seit Jahren halbwegs konstant erscheint – mit allen Schwächen.
Nominiert werden alle Reiseblogs, die im Verzeichnis der Redaktion gelistet sind. Die Wahl trifft anschließend eine touristische Fachjury. Wie stark einzelne Blogs zusätzlich selbst dafür trommeln, liegt außerhalb meines Einflusses. Viele Platzierungen sind fachlich nachvollziehbar, andere weniger. Netzwerk, Sichtbarkeit und journalistische Reichweite spielen offenkundig eine große Rolle.
Mir ist wichtig, das offen zu benennen. Wenn du transparente Alternativen kennst, nehme ich das gern auf und verlinke es im Beitrag. Und klar: Sobald sich am Verfahren etwas ändert, aktualisiere ich den Artikel.
Ich habe viele Artikel über das Reisen gelesen, ich möchte es aber selbst erleben, um die besten Geschichten und Erlebnisse teilen zu können.