La Sagrada Familia in Barcelona – 5. beeindruckende Etappe der AIDAmar

Der fünfte und letzte beeindruckende Halt unserer neuntägigen Kreuzfahrt an Bord der AIDAmar im Februar 2020 lag in Katalonien in Spanien: Landgang auf eigene Faust in Barcelona, mit einem Besuch der fantastischen Sagrada Familia. Die zweite Hochseekreuzfahrt als Familie und Dank Corona für lange Zeit wohl leider auch die letzte…

Nachdem ich in den letzten mehr als zehn Jahren mehrfach immer nur tageweise auf Kreuzfahrt im wunderbaren Barcelona zu Besuch war und es bisher noch nie in die Sagrada Familia geschafft hatte, stand dieser Punkt beim jüngsten Aufenthalt absolut im Fokus. Sogar während der Flitterwochen standen wir völlig unvorbereitet vor einer langen Schlange, das sollte uns nicht wieder passieren. Bereits vorab hatten wir daher den Landgang auf eigene Faust akribisch geplant und die Eintrittskarten für die Top-Sehenswürdigkeit der katalonischen Metropole gekauft. Die einzig richtige Anlaufstelle ohne teure Vermittlungsgebühren ist die Webseite der Kathedrale:

Vorsicht bei der Buchung: Die Tickets werden zeitlich kategorisiert im 15-Minuten-Takt vergeben. Wenn alles gut läuft kann man es in einer halben Stunde vom Hafen zur Sagrada Familia schaffen, aber das ist nicht immer der Fall.

Ankunft in Barcelona

Gut versorgt mit ein paar Flaschen Wasser, einigen Snacks, einem Reiseführer und den ausgedruckten Eintrittskarten gingen wir bereits kurz nach dem Anlegen von Bord. Vor dem Kreuzfahrtschiff wartete bereits ein Shuttle-Bus (Cruise Bus / T3 Portbus) der Stadt Barcelona, welcher uns für nur 4 Euro pro Person vom Liegeplatz der AIDAmar Richtung Plaza de Colón und am Abend wieder zurück brachte. Infos zu diesem Service und der Fahrplan warten hier:

Von der Hafenverwaltung direkt neben der Columbusstatue am unteren Ende des La Rambla marschierten wir Richtung Metro-Haltestelle La Rambla – Santa Mònica und erwarben für ein paar Euro am mehrsprachigen Fahrkartenautomaten unsere Tickets. Nur 15 Minuten später waren wir mit einmal umsteigen an der Haltestelle Diagonal direkt am Ziel:

Basilica i Temple Expiatori de la Sagrada Familia

Fast eine Stunde zu früh waren wir da – wir konnten ja nicht ahnen, dass wir so gut durchkommen. Gott sei Dank gab es einen großen, schattigen Spielplatz am Plaça de la Sagrada Família, in einem Park direkt vor der Kathedrale und der Blick von dort über den kleinen Teich auf die riesige Kirche ist grandios – trotz Sightseeing mit Baustelle. Auch eine enge, aber kostenlose öffentliche Toilette fanden wir in dem Park und verbrachten den Rest der Wartezeit beim Shopping im großen Souvenirshop des Gotteshauses bevor wir endlich in das strengstens bewachte Bauwerk eingelassen wurden.

Viel kann und werde ich zu diesem wirklich einmaligen Gesamtkunstwerk des Künstlers und Architekt Antoni Gaudi nicht schreiben, denn eigentlich ist man als Besucher ob der Schönheit dieser Kirche erst einmal sprachlos und von Details erschlagen.

Ganz zurecht sagte der Direktor des jungen Studenten beim Abschluss im Jahre 1878: „Wer weiß, ob wir das Diplom einem Verrückten oder einem Genie gegeben haben – nur die Zeit wird es uns sagen.“ Genie und Wahnsinn liegen oft nah beieinander. 1926 fand er nach einem tragischen Unfall in seinem noch unvollendeten Lebenswerk seine letzte Ruhestätte. Erst zu seinem hundertsten Todestag im Jahr 2026 soll die Basilika fertig gestellt sein. Was er seiner Stadt Barcelona, der Region Katalonien und dem Land Spanien damit geschenkt hat wird man ihm nie vergessen.

Am Barmherzigkeitportal der Sagrada Familia

Bereits über der Eingangspforte der Sagrada Familia finden sich die Heiligen Drei Könige…

…mittig die namensgebende Heilige Familie (Sagrada Familia) mit Josef, Maria und dem Jesuskind…

…und die staunenden Hirten auf der anderen Seite.

Im Inneren der Sagrada Familia

Kaum tritt man ein ist man in einer anderen Welt. Schier erschlagen wird man von der Schönheit dieser Sagrada Familia und weiß erstmal nicht wo man hinsehen soll. Auf meinen Reisen um die halbe Welt habe ich wirklich schon viele Heilige Plätze des Christentums gesehen. Waren der Vatikan in Rom, der Wallfahrtsort Fatima in Portugal, der Kölner Dom oder Stephansdom in Wien schon beeindruckend, so war das hier wahrlich eine Offenbarung.

Eine Panoramaaufnahme des Kirchengewölbes der Sagrada Familia.

Jesus am Kreuz am Hochaltar der Sagrada Familia.

Die mächtigen Buntglasfenster der Basilika.

Sie sorgen zu beiden Seiten der Sagrada Familia

…für eine ganz besondere Atmosphäre.

Gewundene Treppen und gewaltige Säulen bestimmen neben dem bunten Glas das Innere.

Zu jeder Tageszeit und mit jedem Wechsel des Sonnenstandes sieht es drin anders aus.

Diese Orgelpfeifen der Sagrada Familia gehören nicht zur endgültigen Kirchenorgel –
dafür fehlt noch das zum riesigen Innenraum passende Konzept.

Eine eiserne Zugangstür zur Kirche ist gespickt mit dem Wort Jesus in allen denkbaren Sprachen der Welt.

Die modernen Statuen an der Passionsfassade der Sagrada Familia zeigen eindrucksvoll den Leidensweg Jesu bei der Kreuzigung und stammen von Josep Maria Subirachs.

Selbst eine Woche hier wäre wohl nicht genug um alle Details zu sehen, abzulichten und zu beschreiben. Daher beschränke ich mich auf diese eindrucksvollen Bilder und überlasse den Rest weiseren Menschen:

Unsere kleine Tochter hatte einen Heidenspaß mit den Audioguide am Ohr. Die sonore Männerstimme gefiel ihr besonders gut, bei der Frauenstimme drückte sie einfach weiter.

Aufnahme der Sagrada Familia aus dem Park Güell während einer Kreuzfahrt mit der MSC Preziosa 2016.

Zurück am La Rambla in Barcelona

Schwer beeindruckt von diesem Kirchenbesuch gönnten wir uns ein wenig Ablenkung entlang der berühmten Einkaufsmeile La Rambla in Barcelona. Vom Hard Rock Cafe am oberen Ende spazierten wir Richtung Kreuzfahrthafen und nahmen uns dabei viel Zeit für die diversen Modegeschäfte und Seitengassen entlang des Weges.

Der goldene Engel Sirahil früh morgens beim Aufbau und später im Einsatz.

Bewundernswert fand ich bei bisher jedem Besuch die geduldigen Menschen in ihren prächtigen Kostümen entlang des La Rambla. Lebende Statuen im Einsatz um für ein paar Euro williges Fotomotiv zu spielen.

Das erste Bild dieser vier kostümierten Personen stammt aus dem Park Güell und fragt mich bitte nicht was der weiße Typ im letzten Bild macht sobald man ihm Geld gibt.

Interessant war es auf jeden Fall einmal die Rückseite eines solchen Kostüms zu sehen. Das sind nicht nur Lüftungsschlitze sondern Hochleistungskühler wie man sie in einen PC einbaut. Kein Wunder, wenn man da an die heißen spanischen Sommer denkt.

Die Markthalle Mercat de la Boqueria am La Rambla

Am Mercat de la Boqueria am La Rambla ist immer viel los, insbesondere in der Hochsaison. Da wird es selbst in der riesigen Markthalle eng.

Zu kaufen gibt es auch hier wie in der großen Markthalle in Valencia am Tag zuvor nahezu alles was man sich zu essen und trinken nur vorstellen kann. Auf Kreuzfahrt ist das mal nett zu sehen, aber einpacken kann man sich eh nicht viel. Mehr Infos über den angeblich besten Markt der Welt gibt es online:

Cerveza y tapas in Barcelona

Hungrig vom langen Tag auf den Beinen gönnten wir uns am Plaça Vila de Madrid eine exklusive Auswahl an Tapas und ein kühles Bier. Das Restaurant ATN war eine spontane Entscheidung aufgrund der tollen Lage, die sich als absolut empfehlenswerter Volltreffer herausstellte.

Mein Fazit: Barcelona auf eigene Faust benötigt auf jeden Fall einen gut durchdachten, aber keinesfalls zu eng gesteckten Zeitplan. Tickets für die begehrtesten Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Sagrada Familia, sollte man bereits ein paar Wochen vorab über das Internet buchen. Man kann in den paar Stunden vor Ort nicht alles schaffen, dafür ist die Stadt zu groß und es liegt alles recht weit auseinander. Der Augenmerk sollte auf ein, zwei besonderen Highlights liegen. Wir kommen auf jede Fall wieder, dann aber hoffentlich für ein, zwei Wochen am Stück.

Zurück an Bord der AIDAmar

Farewell war das Motto des letzten Abends im Marktrestaurant an Bord der AIDAmar und auch die Abschiedstorte stand bereits am Büffet. Wir ließen es uns noch einmal gut gehen bevor wir uns ins Bett verabschiedeten.

Mit dem gebuchten Komplettangebot seitens der Reederei und der Gastfreundschaft an Bord waren wir auf jeden Fall zufrieden. Auch die kostenlosen Zusatzleistungen für unsere zweijährige Tochter waren top. Noch dazu konnte meine Frau endlich einmal ein deutsches Kreuzfahrtschiff erleben und ich wieder ein wenig in Erinnerungen schwelgen.

Was wir auf dieser Kreuzfahrt mit AIDA nicht genutzt haben, waren die tollen Angebote im Theater, in den Bars und mit der Livemusik. So ist das eben mit einem Kleinkind, da sind die Prioritäten anders. Das Brauhaus konnte ich mir als echter Bayer grad noch so verkneifen -da komm ich mir immer ein wenig verarscht wir, wenn die da in ihrer Oktoberfest-Kluft Trachtenfasching aufführen. Aber das ist es eben was den Leuten gefällt und die bezahlen schließlich dafür.

Wir buchen eine Kreuzfahrt in erster Linie aber auch wegen der Route und erst in zweiter wegen der Reederei. Dass es in diesem Fall AIDA wurde und ich nach fast genau zehn Jahren wieder an Bord eines AIDA-Schiffes gehen sollte war ein glücklicher Zufall. Und dass wir noch vor dem Corona-Lockdown unterwegs waren im nachhinein wie ein Sechser im Lotto…

Hilfreiche Links zu Barcelona in Katalonien, Spanien

Bloggertipp für Barcelona – die Travelette Laura-Lee

Weitere Beiträge zu dieser Kreuzfahrt mit der AIDAmar

Cadiz in Spanien – 1. interessante Etappe der AIDAmar Familien-Kreuzfahrt

Lissabon in Portugal – 2. faszinierende Etappe der AIDAmar Familien-Kreuzfahrt

Cartagena in Spanien – 3. bemerkenswerte Etappe der AIDAmar Familien-Kreuzfahrt

Valencia in Spanien – 4. aufregende Etappe der AIDAmar Familien-Kreuzfahrt

In den Flitterwochen mit der MSC Preziosa in Barcelona

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Disclaimer: Dieser Blogbeitrag über Barcelona und die Sagrada Familia wurde in keiner Form gesponsert.

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About Author

Hier schreibt Daniel Dorfer, der einzige Kreuzfahrt- und Reiseblogger auf dem Kreuzfahrt- und Reiseblog fernwehblog.net. Als hauptberuflicher DJ war er einige Zeit an Bord der AIDA-Flotte auf Kreuzfahrt und reist seither verstärkt durch diese Welt um darüber zu berichten.

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Comments

  1. Stefan says:

    Danke für den beeindruckenden Bericht. Ich war dort vor über 30 Jahren und war damals genauso sprachlos. (Damals stand nur ein Teil des Schiffs und das berühmte Seitenportal.) Damals gab es auch noch ein Museum, in dem die Pläne ausgestellt waren und die das ganze Ausmaß dieser Bailika darstellten. Damals bin ich regelrecht geschockt gewesen und hegte jahrelang den Verdacht, dass Gaudi die Kirche so entworfen hat, dass sie gar nicht fertig werden kann. Aber jetzt wird ja ordentlich Gas gegeben in Barcelona.

    1. fernweh says:

      Die hauen jetzt so richtig rein da, lieber Stefan. Innen merkst Du aber nichts von der Baustelle. Allerdings weiß ich auch nicht was da noch zu tun ist… das sind so viele Details… einfach wunderschön! Sieh zu, dass Du mal wieder nach Barcelona kommst und nen Tag für die Sagrada Familia einplanst! ;-)

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