Asinara auf eigene Faust: Weiße Esel auf Sardinien

Seit unserem ersten Sardinien-Urlaub im Herbst 2016 stand diese kleine Insel auf unserer Bucketlist: Asinara, die ehemalige Gefängnisinsel vor der Nordwestspitze Sardiniens. Weiße Esel laufen hier frei herum, dazu glasklares Wasser, verlassene Gebäude mit morbidem Charme und eine Geschichte, die von der Quarantänestation bis zum Hochsicherheitsgefängnis so ziemlich alles zu bieten hat. Zehn Jahre hat es gedauert, bis wir es endlich geschafft haben. Da im Nationalpark Asinara ein striktes Hundeverbot gilt und unsere Hündin Mira bei den letzten Sardinien-Reisen mit der Sardinien-Fähre immer mit dabei war, ging das schlichtweg nicht. Diesmal blieb sie schweren Herzens zuhause und der Weg für dieses ganz besondere Inselabenteuer war frei.

Hier kommt unser kompletter Erfahrungsbericht vom Tagesausflug nach Asinara mit Kindern (4 und 8 Jahre). Wir waren auf eigene Faust unterwegs, mit der Linienfähre und gemietetem E-Auto (Golfcaddy), ganz ohne gebuchte Tour und Guide. Wir haben den Tagesablauf vorher akribisch mit Hilfe von KI ausgearbeitet, was eine ziemliche Erleichterung war. Du erfährst, was der Tag im Nationalpark Asinara wirklich kostet, wo du das E-Auto herbekommst, welche Tiere dir begegnen und welche Stolperfallen du besser umgehst. Ehrlich und mit allen Ecken und Kanten, wie immer.

Tierisch hatte Sardinien uns übrigens schon in den Vorjahren so einiges geboten. Nach den Flamingos von Sant’Antioco und den mehrfachen Delfin-Ausflügen (ein ausführlicher Beitrag darüber folgt in Kürze) sind die wilden Esel von Asinara für uns das dritte große tierische Highlight der Insel. Wer Sardinien nur mit Traumstränden verbindet, verpasst also einiges.

Asinara auf einen Blick: Preise, Anbieter und Links

Fähre ab Porto Torres (unsere Wahl): Delcomar ab Molo „Dogana-Segni“ nach Cala Reale, delcomar.it. Abfahrt 8:30 Uhr, Rückfahrt ab der Insel um 18:00 Uhr, Dauer jeweils rund 75 Minuten. Tickets am Schalter in der Stazione Marittima, Online-Reservierung in der Vorsaison nicht nötig. Wir haben 55,00 € für zwei Erwachsene und zwei Kinder (8 und 4 Jahre) bezahlt, inklusive Landegebühr für den Nationalpark, die direkt mit dem Ticket abgerechnet wird.

Alternative ab Stintino: In der Saison fahren mehrere Anbieter (z. B. Linea del Parco und Motonave Alcor) von der Marina di Stintino nach Fornelli. Die Überfahrt dauert nur rund 25 Minuten, ist mit etwa 30,00 bis 40,00 € pro Erwachsenem (hin und zurück, Kinder reduziert) aber deutlich teurer. Typische Abfahrt gegen 9:30 Uhr, Rückfahrt gegen 17:00 Uhr.

Parken: In Porto Torres komplett kostenlos, direkt am Hafen. In Stintino fallen dagegen Zusatzkosten an: rund 5,00 € pro Tag am Marina-Parkplatz direkt am Anleger.

E-Auto: Asinara Rent e-Car, asinararentcar.it. Buchung nur telefonisch (+39 079 512290) oder per WhatsApp, Bezahlung im Voraus. Stationen in Fornelli (erreichbar ab Stintino) und Cala Reale (erreichbar ab Porto Torres), Rückgabe immer an der Abholstation. Wir haben unseren Viersitzer in Cala Reale übernommen, weil Fornelli an unserem Wunschtermin bereits ausgebucht war. Lass dir die Abholstation bei der Buchung unbedingt schriftlich bestätigen, denn sie bestimmt deinen Fährhafen. Tagespreise nach Saison:

Fahrzeug Nebensaison
(März bis Mai, Okt.)
Juni / Sept. Juli August
Zweisitzer 80,00 € 100,00 € 120,00 € 140,00 €
Viersitzer 120,00 € 140,00 € 160,00 € 180,00 €

Kaution und Reichweite: Bei der Übernahme werden 500,00 € Kaution per Kreditkarte hinterlegt und bei schadenfreier Rückgabe wieder freigegeben. Die Reichweite von rund 60 Kilometern genügt laut Vermieter locker für die gesamte befahrbare Strecke.

E-Bike-Alternative: Herculis Asinara Rent e-Bike am Porto di Fornelli, Tel. +39 345 5188764, herculisrentebike@gmail.com.

Ausstellung Walskelett und Meeresfauna in Cala Reale: Eintritt frei, eine freiwillige Spende ist gern gesehen und fließt direkt in die Arbeit des CRAMA.

Verpflegung: Brotzeit und ausreichend Getränke unbedingt selbst mitbringen, die Versorgung auf der Insel ist dünn und in der Vorsaison unzuverlässig.

Hunde: Im gesamten Nationalpark verboten, ohne Ausnahme.

Offizielle Infos: Aktuelle Öffnungszeiten, Wanderwege und Regeln findest du beim Nationalpark Asinara (italienisch) sowie auf Deutsch beim offiziellen Tourismusportal Sardegna Turismo.

Warum Asinara so besonders ist

Die Römer nannten Asinara „Herculis Insula“, die Herkules-Insel. Der Legende nach packte Herkules Sardinien mit seiner mächtigen Hand und riss es vom Festland. Später bekam die Insel ihren heutigen Namen, der entweder auf ihre verwinkelte Form („Sinuaria“) oder gleich direkt auf die Esel zurückgeht. Schon im 12. Jahrhundert wurde sie als „Mutterinsel der Esel“ bezeichnet.

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Das Ossarium erinnert an die rund 7.000 österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen, die im Ersten Weltkrieg auf Asinara starben.

Weniger romantisch hingegen ist die jüngere Geschichte: Ab 1885 diente Asinara als Quarantänestation und Strafkolonie. Die Inselbewohner mussten dafür ihre Heimat verlassen und gründeten auf dem Festland kurzerhand ein neues Dorf, das heutige Stintino. Wer also vom dortigen Hafen zur Insel übersetzt, reist gewissermaßen den Spuren der alten Asinara-Familien hinterher. Im Ersten Weltkrieg starben auf der Insel tausende österreichisch-ungarische Kriegsgefangene, an die heute ein Ossarium erinnert. Zuletzt war Asinara Hochsicherheitsgefängnis, in dem unter anderem Mafia-Bosse wie Totò Riina einsaßen. Spitznamen wie „italienisches Alcatraz“ oder „Isola del Diavolo“, die Teufelsinsel, kommen nicht von ungefähr. Erst 1997 wurde das Gefängnis aufgelöst und der Nationalpark gegründet.

Vielleicht steht der Insel die größte Anerkennung aber noch bevor. Italien hat Asinara auf die Tentativliste der UNESCO gesetzt, die offizielle Vorschlagsliste für künftige Welterbestätten. Eine Auszeichnung ist das noch nicht, eher eine Anwartschaft, aber sie zeigt, welchen Rang dieser ungewöhnliche Dreiklang aus unberührter Natur, Artenvielfalt und bedrückender Geschichte inzwischen genießt. Wir drücken die Daumen, dass die Insel ihren wilden Charakter behält, ganz gleich, ob mit oder ohne Titel.

Über hundert Jahre der Isolation machten Asinara zu diesem lange vom Massentourismus abgeschirmten Naturparadies. Auf knapp 52 Quadratkilometern leben rund 80 Wirbeltierarten, viele davon selten. Und mittendrin die berühmten weißen Esel, die nur hier in freier Wildbahn vorkommen.

Wie die Esel überhaupt auf die Insel kamen, ist bis heute nicht restlos geklärt, und genau das macht ihre Geschichte so reizvoll. Die schönste Legende erzählt von einem Schiff, das Ende des 18. Jahrhunderts mit weißen Eseln aus Ägypten an Bord auf dem Weg nach Frankreich vor Asinara sank. Viele Tiere sollen sich schwimmend an Land gerettet haben. Eine zweite Theorie macht den Marchese di Mores verantwortlich, der als Herzog von Asinara weiße Esel aus Ägypten importiert haben soll.

Weiße Esel sind durch ihren Albinismus sehr lichtempfindlich, in der Mittagssonne wird geblinzelt.

Deutlich unspektakulärer, aber wohl am wahrscheinlichsten ist die Erklärung der Wissenschaft. Demnach stammen die weißen Esel von den grauen Hauseseln ab, die die Inselbewohner einst als Arbeitstiere hielten. Als die Bevölkerung um 1885 die Insel verlassen musste, weil dort Quarantänestation und Strafkolonie eingerichtet wurden, blieben viele Tiere zurück und verwilderten über die Generationen. In der isolierten Population setzte sich durch einen Gendefekt (Albinismus) das weiße Fell durch, daher auch die rosa Haut und die hellen, empfindlichen Augen der Tiere. Heute leben nur noch rund 90 bis 100 weiße Esel auf Asinara, die Rasse gilt als gefährdet.

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Früh raus und ab nach Porto Torres

Langschläfer haben bei diesem Tagesausflug schlechte Karten, zumindest von der Costa Smeralda aus. Die einzige sinnvolle Fähre ab Porto Torres legt um 8:30 Uhr ab, die nächste erst am Nachmittag. Wir sind früh morgens um 6:00 Uhr aus unserem Hotel in Cannigione gestartet und waren trotzdem knapp dran beim Ticketkauf. Plane also lieber ein bisschen mehr Puffer ein als wir.

Aufs Hotelfrühstück haben wir verzichtet und uns stattdessen am Vortag eingedeckt, auf dem Wochenmarkt in San Teodoro und im lokalen Supermarkt. Frisches Obst, Brot, Käse, Pistazien und Kirschen, dazu reichlich Wasser. Im Nachhinein war das goldrichtig, denn auf der Insel selbst gibt es kaum Versorgung (dazu später mehr). Denk beim Packen aber gleich an einen leeren Beutel für den Müll, denn im Nationalpark Asinara gilt das alte Motto „Nimm nur Bilder mit, hinterlasse nichts als deinen Fußabdruck“. Was du mitbringst, nimmst du am Abend also auch wieder mit aufs Festland. Mehr Gedanken dazu findest du in unserem Beitrag über nachhaltiges Reisen.

Für eine kleine Schrecksekunde sorgte übrigens schon am Vortag der Mietwagen, denn beim Check entdeckten wir einen Gewebeschaden im rechten Vorderreifen. Für die rund 140 Kilometer einfache Strecke nach Porto Torres war uns das zu unsicher, also ließen wir das Auto am gleichen Nachmittag in Olbia noch tauschen. Schau dir deshalb deinen Mietwagen vor längeren Touren einmal in Ruhe an, gerade die Reifen. Auf Sardiniens Nebenstraßen mit ihren Schlaglöchern und Felskanten leiden die Flanken ordentlich.

Die Fahrt selbst lief dann entspannt, die Kinder haben auf der Rückbank einfach weitergeschlafen. In Porto Torres angekommen parkten wir kostenlos direkt am Hafen. Einen Parkscheinautomaten sucht man hier vergeblich. Schnell noch die Treppen hoch zur Stazione Marittima und die Tickets gekauft, während die Frau mit den Kindern das Gepäck aus dem Kofferraum holte. Nur zwei Kunden waren vor mir dran. In der Schalterhalle gibt es außerdem eine kostenlose, saubere Toilette, ein echter Pluspunkt für Familien.

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Mit der Delcomar-Fähre nach Cala Reale

Die Überfahrt dauert knapp 75 Minuten und war angenehm kurzweilig. Weil die Fähre vergleichsweise klein ist, hatten wir sie mit den Kindern schnell komplett erkundet und uns nebenbei ein wenig gestärkt. An Bord gibt es übrigens nur einen Getränke- und Snackautomaten, der Verkaufsschalter war bei unserer Fahrt geschlossen. Wer also auf den Bordkaffee hofft, hofft womöglich vergeblich.

Shipspotting im Hafen von Porto Torres: Sardinien-Fähre GNV La Suprema und Moby Wonder.

Mit uns auf dem Schiff reisten Personal für die Insel und auffällig viele Radfahrer, die Asinara auf zwei Rädern erkunden wollten. Kaum einen davon trafen wir auf unserem Weg entlang der geteerten Straße. Das eigene Fahrrad darfst du übrigens gegen eine kleine Gebühr auf der Delcomar-Fähre mitnehmen, wer die Insel auf zwei Rädern erkunden will, ist also nicht zwingend auf den Verleih angewiesen.

Delfine oder andere Highlights gab es unterwegs leider keine, dafür eine ruhige See und die langsam näher kommende Silhouette der Insel. Das Anlegen in Cala Reale selbst ist eher unscheinbar, ein kleiner Anleger, ein paar Gebäude, kein großes Hafenkino. Die Magie kommt später.

Radfahrer Delcomar-Fähre Porto Torres Asinara Sardinien Italien Pin

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E-Auto-Übernahme mit Händen und Füßen

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Direkt am Anleger am Porticciolo di Cala Reale auf Asinara wartete schon der nächste kleine Kulturschock. Ja, wir kennen und lieben Italien, haben es aber zu unserer Schande noch nicht geschafft, diese tolle Sprache zu lernen und zu nutzen. Unser E-Auto-Vermieter hatte am Vormittag wohl versucht, uns telefonisch zu erreichen, sprach aber ausschließlich Italienisch, sodass ich schlicht keine Ahnung hatte, was der Mann am anderen Ende eigentlich wollte. Das Witzige daran war, wir waren zum Zeitpunkt beide auf der gleichen Fähre auf dem Weg nach Asinara.

Vor Ort herrschte dann großer Andrang am Verleih-Stand, der Vermieter war sichtlich bemüht, zeitweise aber auch schlicht überfordert. Kein Englisch, kein Deutsch. So etwas finde ich im Tourismus immer schwierig, gerade wenn die Buchung vorab schon nur per Telefon oder WhatsApp läuft. Und dann brauchte er noch meinen Führerschein, die Kreditkarte zum Hinterlegen der Kaution und meine Unterschrift auf einem komplett italienischen Mietvertrag samt lokaler Regeln.

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Am Ende haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt und unseren Viersitzer übernommen. Es geht also, du solltest nur wissen, worauf du dich einlässt. Wer hier auf reibungslose Kommunikation auf Englisch hofft, wird enttäuscht. Ein paar Brocken Italienisch oder eine Übersetzungs-App auf dem Handy helfen enorm.

Das Fahrzeug selbst, irgendwo zwischen Golfcaddy und Kleinwagen, entpuppte sich als echter Spaßbringer. Flott unterwegs, offen genug für den Fahrtwind und geschlossen genug für den Sonnenschutz, dennoch aber mit Sicherheitsgurten und kleiner Ladefläche. Bei der knallenden Sonne waren wir wirklich froh über das Dach über dem Kopf.

Die Spielregeln im Nationalpark

Mit dem E-Auto darfst du ausschließlich auf der einen geteerten Straße fahren, die sich von Fornelli im Süden bis Cala d’Oliva im Nordosten über die Insel zieht. Dass die Regel ernst gemeint ist, steht übrigens schwarz auf weiß im Mietvertrag, wer mit dem E-Auto die ausgebaute Straße verlässt, zahlt 100,00 € Vertragsstrafe. Gefahren werden darf außerdem nur bei Tageslicht, was bei den Fährzeiten aber ohnehin keine Rolle spielt. Anhalten ist dabei jederzeit erlaubt. Einfach am Straßenrand stehenbleiben, aussteigen, fotografieren, staunen, du musst nur genug Platz zum Durchfahren lassen.

Zu Fuß oder mit dem Rad gelten wesentlich lockerere Regeln, dann darfst du auch auf die Trampelpfade und kommst tiefer ins Gelände. Zusammen mit dem E-Auto bekommst du eine Karte, auf der rot markierte Schutzzonen eingezeichnet sind. Diese Bereiche sind tabu und dürfen nicht betreten werden, daran solltest du dich unbedingt halten. Der Nationalpark funktioniert nur, weil sich (fast) alle an die Regeln halten.

Hunde sind auf Asinara übrigens komplett verboten, für uns jahrelang das K.O.-Kriterium. Wer mit Vierbeiner auf Sardinien unterwegs ist, muss sich für diesen Tag eine Betreuung organisieren oder die Insel auslassen.

CRAMA, die Schildkröten-Klinik von Asinara

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Unser erstes Ziel war das CRAMA (Centro Recupero Animali Marini Asinara) in Cala Reale, die Auffangstation für verletzte Meerestiere. Laut Google sollte sie bald öffnen, also fuhren wir direkt hin. Tja. Eine Viertelstunde warteten wir vor verschlossener Anlage, dann fuhren wir erstmal weiter. Geöffnet wurde später am Tag, allerdings nur für eine angemeldete Reisegruppe, der wir uns zum Glück anschließen durften. Auch unsere Voranmeldung per Mail einige Tage vorher blieb komplett unbeantwortet. Stell dich also darauf ein, dass die angegebenen Öffnungszeiten eher grobe Richtwerte sind und vor allem organisierte Besuchergruppen bevorzugt betreut werden.

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Das ehemalige Quarantäne-Krankenhaus von 1889, heute die Casa del Parco, steht auf dem Gelände der CRAMA.

Böse Absicht steckt dahinter keine, eher die Struktur. CRAMA ist ein Verein, der von Freiwilligen getragen wird, gegründet 2009 von jungen Leuten mit naturwissenschaftlichem Hintergrund. Über die Jahre haben rund 300 Ehrenamtliche etwa 3.000 Einsätze gestemmt, rund 150 verletzte Meeresschildkröten der Art Caretta Caretta (Unechte Karettschildkröte) wurden hier gesund gepflegt und wieder ins Meer entlassen. Die Station verfügt über Röntgenraum, OP-Saal, Labor und mehrere Becken mit gefiltertem Meerwasser, wissenschaftlich kooperiert der Verein mit den Universitäten Sassari, Turin, Siena und Pisa. Eine 2023 freigelassene Schildkröte mit fehlender Flosse wurde per Sender bis vor die tunesische Küste verfolgt. Finanziert wird das Ganze auch über Patenschaften, du kannst eine verletzte Schildkröte symbolisch adoptieren und damit Medikamente und Futter mitbezahlen.

Fast immer sind die Verletzungsursachen der Tiere übrigens menschengemacht, allen voran Fischerei, Müll im Meer und Zusammenstöße mit Booten.

Aktuell ist die Station eine riesige Baustelle, das Hauptgebäude wird saniert. Bei unserem Besuch Ende Mai 2026 waren zudem gerade keine Meeresschildkröten in Pflege. Einerseits ist das die beste Nachricht überhaupt, denn es bedeutet schlicht, dass aktuell kein Tier verletzt wurde. Andererseits natürlich eine kleine Enttäuschung, wenn man den Kindern vorher von Schildkröten erzählt hat. Unser Abstecher blieb daher eher informativ, dafür entpuppte sich der schattige Tisch mit Bank vor der Anlage später als perfekter Brotzeitplatz.

Ein Finnwal in der Kirche

Das eigentliche Highlight in Cala Reale hatten wir so gar nicht auf dem Zettel. In der ehemaligen Kirche liegt das rekonstruierte Skelett eines rund 18 Meter langen Finnwals, der 2017 an der sardischen Küste gestrandet war. Eröffnet wurde die Ausstellung 2023, aktuell läuft sie als Ersatzprogramm, solange die CRAMA-Station saniert wird. Die Besichtigung ist kostenlos, eine freiwillige Spende für die Arbeit der Ehrenamtlichen ist natürlich willkommen. Wenn du neben diesem gewaltigen Knochengerüst stehst, bekommst du eine Ahnung davon, was da draußen im Mittelmeer eigentlich unterwegs ist.

Die Gewässer rund um Asinara gehören zum internationalen Walschutzgebiet Pelagos, mit etwas Glück siehst du von der Küste aus Delfine, Finnwale oder sogar Pottwale. Wie gut die Chancen dafür stehen, wissen wir aus eigener Erfahrung. Auf unseren bisherigen Delfintouren vor Sardinien hatten wir ausnahmslos Sichtungen und auch in Ligurien waren wir im Pelagos-Gebiet schon auf Whale-Watching-Tour mit tollen Begegnungen. Das Skelett in der Kirche bekommt dadurch fast etwas Tröstliches, denn seine lebenden Verwandten ziehen nach wie vor direkt vor der Küste vorbei.

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Rekonstruiertes Skelett eines 18 Meter langen Finnwals in der ehemaligen Kirche von Cala Reale auf Asinara

Beim Anblick des Skeletts musste ich unweigerlich an Wal Timmy denken, der im Frühjahr 2026 wochenlang die Schlagzeilen beherrschte. Der Buckelwal strandete mehrfach in der Ostsee, wurde gegen den Rat von Fachleuten per Schiff in die Nordsee transportiert und kurz darauf tot an der dänischen Insel Anholt angespült. Bei der Obduktion fand sich ein Stück Fischernetz in seinem Darm. Genau die Geschichte also, die einem hier auf Asinara an jeder Infotafel begegnet. Die größte Gefahr für die Giganten der Meere ist und bleibt der Mensch.

Im Hauptgebäude neben dem alten Ospedale gibt es außerdem eine Ausstellung rund um Schildkröten und andere Meereslebewesen. Alles eher rudimentär und ein bisschen altbacken aufbereitet, aber durchaus informativ und für die Kinder dank Anschauungsmaterial spannend genug.

Weiße Esel und der Moment, für den sich alles gelohnt hat

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Wegweiser zum Osservatorio del Mare (Sea Observatory) des Nationalparks Asinara bei Cala Reale.

Gleich neben dem Meeresobservatorium, dem eigentlichen Pflegegebäude für die Schildkröten, wartete dann der Moment, für den wir hergekommen waren. Eine große Herde wilder Esel döste im Schatten. Vorsichtig näherten wir uns, die Tiere blieben gelassen.

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Dann passierte, womit keiner gerechnet hatte. Ein neugieriges Eselfohlen kam auf unsere Kinder zu und ließ sich tatsächlich streicheln, während die erwachsenen Tiere nur interessiert zuschauten. Vier Kinderaugen, größer als jeder Teller. Wenn du mich nach dem ersten Highlight des Tages fragst, da war es!

17 wilden esel streicheln asinara sardinien Pin

Bei aller Freude bleiben die Esel von Asinara aber Wildtiere. Füttern ist strengstens verboten, bedrängen tabu. Nähert sich ein Tier von selbst, ist das ein Geschenk, erzwingen lässt sich so ein Moment nicht. Im Tagesverlauf begegneten uns immer wieder Esel, graue wie weiße, mal mitten in der Landschaft, mal dösend auf der Straße. Die meisten waren allerdings deutlich scheuer als unser Fohlen vom Vormittag, sehr zum Leidwesen der Kids.

Kleiner als ihre grauen Verwandten sind die weißen Esel übrigens auch. Ihr helles Fell, die rosa Haut und die empfindlichen Augen gehen auf den Albinismus zurück, der sich in der isolierten Inselpopulation durchgesetzt hat. Die ganze Geschichte ihrer Herkunft liest du oben im Kapitel über die Besonderheiten der Insel.

Richtung Süden zu Mufflons, Bimmelbahn und Lost Places

unterwegs im E-Auto auf Asinara, Sardinien Pin

Nach dem Esel-Glück ging es bergauf und bergab weiter Richtung Süden, durch eine karge, fast archaische Landschaft.

Campu Perdu Pferdeskulptur Asinara Sardinien Pin

Macchia, Felsen, Wind, dazwischen säumten immer wieder Ruinen den Weg, kleine Kapellen, das verfallene Gestüt von Campu Perdu (wo zu Gefängniszeiten Pferde gezüchtet wurden, heute erinnert eine charmante Steinskulptur daran), landwirtschaftliche Gebäude aus einer anderen Zeit.

Immer wieder sah man die wilden Esel in der weitläufigen Landschaft umherstreunen, teils auf der Straße, teils in den Ruinen, immer auf der Suche nach Schatten, den anderen Eseln und Futter.

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Unterwegs lohnt der Blick hinauf zur Fortezza del Castellaccio, einer Burgruine über der Südhälfte der Insel. Die verfallene Burg thront über der Inselmitte und war schon im Mittelalter ein Wachposten der Genuesen. Sie stammt vermutlich aus dem 12./13. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten Bauwerken der Insel, lange bevor Quarantänestation und Gefängnis kamen.

Irgendwann kreuzte dann auch die grüne Bimmelbahn unseren Weg, eines der geführten Touren-Angebote auf Asinara. Ziemlich eng eingepfercht saßen die Touristen da in den offenen Wagen. Für uns wäre das nichts gewesen und genau in solchen Momenten waren wir heilfroh über unsere Entscheidung, die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Anhalten, wo wir wollen, wann wir wollen, wann die Kinder müssen, weiterfahren.

Bei der Tierwelt hatten wir übrigens eine echte Wissenslücke. Neben Eseln und Pferden sahen wir auch zwei Tiere, die wir spontan für Rotwild oder Gämsen hielten. Tatsächlich handelte es sich jedoch um Mufflons, eine Wildschaf-Art, die ursprünglich aus Sardinien und Korsika stammt und in den 1950er Jahren auf Asinara angesiedelt wurde. Die Männchen erkennt man an den markanten, spiralförmig gebogenen Hörnern, die ein Leben lang weiterwachsen. Daneben leben auf der Insel unter anderem Wildschweine, Hasen, Wiesel und unzählige Vogelarten, insgesamt rund 80 Wirbeltierarten. Für alle, die gezielt auf Mufflon-Pirsch gehen wollen, gibt es sogar einen eigenen Wanderweg, den Sentiero del Muflone samt Beobachtungsstation bei Tumbarino.

Hier eine besonders schöne Serie von Aufnahmen mit weissem Esel in einer Ruine. Dieses fabelhaft-romantische Motiv gefiel mir so gut, dass es nun den Header des Beitrages schmückt.

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Wilde weiße und graue Esel durch das Fenster einer alten Steinruine auf Asinara gesehen.

Fornelli: Gefängnis geschlossen, Bar geöffnet

Das Ex Carcere di Fornelli, das berüchtigte ehemalige Hochsicherheitsgefängnis im Süden, war bei unserem Besuch geschlossen, genau wie die anderen Gefängnisbauten der Insel. So sieht die Kehrseite der Vorsaison aus. Ende Mai profitierst du von günstigeren Preisen und leeren Straßen, dafür ist eben noch nicht alles geöffnet. Wer die Gefängnisse von innen sehen will, sollte vorab auf der Website des Nationalparks die Öffnungszeiten checken oder gleich in der Hauptsaison kommen.

Kurz vor dem Porto di Fornelli folgte der nächste Tier-Moment, diesmal für unsere Tochter. Wild lebende Pferde samt Fohlen standen dort auf offenem Feld, sichtlich entspannt und völlig frei. Für sie als kleine Pferdenärrin ein echtes Highlight, das den geschlossenen Gefängnistrakt sofort vergessen machte. Anlocken ließen sich diese scheuen Tiere nicht trotz ernsthafter Versuche der Achtjährigen.

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Die Pferde auf Asinara sind Nachfahren der Tiere aus der Gefängniszeit, als auf der Strafkolonie noch Landwirtschaft mit Pferden betrieben wurde. Gleiche Geschichte wie bei den Eseln, nur weniger berühmt.

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Am Parkplatz des Porto di Fornelli haben wir das E-Auto an eine der zahlreichen Ladestationen gehängt, eher der Form halber, denn nach der halben Inselrunde war nicht mal ein Viertel des Akkus verbraucht. Die Reichweitenangst kannst du auf Asinara also getrost zu Hause lassen.

Direkt am Hafen liegt die Chiosco Bar di S. Maddau, unser Technik-Stopp des Tages mit sauberer Toilette, eiskalten Getränken, Kaffee, kleinen Snacks und Gelati, dazu schattige Sitzplätze. In der Vorsaison ist das einer der wenigen verlässlichen Versorgungspunkte der Insel, also merk dir den Spot.

Infobox: Mit dem E-Bike über Asinara

Wer lieber selbst in die Pedale tritt (mit Motorunterstützung), findet direkt an der Chiosco Bar am Porto di Fornelli den Verleih Herculis Asinara Rent e-Bike, einen offiziell vom Nationalpark autorisierten Anbieter. Gegenüber dem E-Auto hat das Rad einen entscheidenden Vorteil, denn damit darfst du auch abseits der Teerstraße auf die Trampelpfade und kommst tiefer in die Landschaft. Der Name ist übrigens eine Verbeugung vor der Antike, die Römer nannten Asinara „Herculis Insula“.

Kontakt: Tel. +39 345 5188764 oder +39 347 1987798, Mail herculisrentebike@gmail.com, Instagram @herculis_asinara_ebike. Für Familien mit kleineren Kindern bleibt das E-Auto trotzdem die entspanntere Wahl, die Insel ist hügeliger, als sie auf der Karte aussieht.

Ein Stein, der über die Straße läuft

Auf dem Rückweg Richtung Norden lief dann plötzlich ein Stein über die Straße. Oder was war das? Wir hielten an, stiegen aus und erkannten eine Landschildkröte, die seelenruhig, na ja, eher zügig die Fahrbahn überquerte. Entgegen ihrem Ruf als Langsamkeits-Botschafterin war diese Reptilie nämlich erstaunlich flink und verschwand schnell im Gebüsch. Da blieb kaum Zeit für Fotos. Unsere Schildkröten-Sichtung hatten wir also doch noch, nur eben an Land statt im Becken der Auffangstation. Manchmal schreibt die Insel die besseren Drehbücher.

Landschildkröte Straße Asinara Sardinien Pin

Auf Asinara leben gleich drei Landschildkröten-Arten (Griechische Landschildkröte, Maurische Landschildkröte und Breitrandschildkröte), alle drei streng geschützt. Anhand des leicht ausgestellten hinteren Panzerrands könnte dieses Exemplar eine Breitrandschildkröte gewesen sein. Anfassen oder umsetzen ist im Nationalpark übrigens tabu, auch wenn man helfen will, das Tier weiß selbst am besten, wo es hinwill. Fahr auf Asinara generell vorausschauend, denn mit Eseln auf der Straße, Schildkröten am Asphaltrand und dösenden Tieren hinter Kuppen musst du jederzeit rechnen. Die 40 km/h, die das E-Auto schafft, reichen völlig.

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Ausblick von der Straße über die Caletta degli Isolotti Candeliere mit türkisblauem Wasser an der Westküste von Asinara.

Mittagspause mit Hindernissen

Eigentlich war der Plan perfekt. Auf der Hinfahrt nach Fornelli hatten wir uns einen schönen Schattenplatz für das Picknick gemerkt, doch bei unserer Rückkehr war just dieser bereits besetzt. Eine Gruppe Esel hatte sich dort niedergelassen und machte ziemlich unmissverständlich klar, dass sie ihren Schatten nicht mit uns teilen wollte.

Grauer Esel Portrait Asinara Sardinien Pin

Gegen die liebenswürdigen Hausherren der Insel argumentiert man nicht und ich mit meiner Pferde-Allergie reagiere auch auf Eselshaare extrem. Also zogen wir weiter und steuerten den schattigen Tisch am CRAMA an, den wir am Vormittag entdeckt hatten. Dort gab es dann endlich Pane Carasau, Pecorino und die Kirschen vom Wochenmarkt, mit Blick aufs Meer und ganz ohne tierische Platzkonkurrenz.

Picknickplatz Schatten CRAMA Asinara Sardinien Pin
Plan B war dann sogar schöner, der schattige Picknickplatz am CRAMA mit Meerblick.

Cala d’Oliva, das weiße Dorf im Nordosten

dösende Esel Straße Asinara Sardinien Pin
Vorfahrt gilt hier nicht, auf Asinaras einziger Straße bestimmen die Esel das Tempo.

Weiter im Nordosten passierten wir dösende graue und weiße Esel mitten auf der Straße. Schon von weitem grüßt der Torre di Cala d’Oliva, ein alter genuesischer Wachturm auf seinem Hügel über einer kleinen Bucht, daneben ducken sich die Ruinen der Gefängniszeit ins trockene Gras. Einen Turm wie diesen kann man übrigens in Tharros auf der Halbinsel Sinis besuchen.

Torre Cala d'Oliva Asinara Sardinien Pin

Kurz darauf öffnet sich dann der Anblick, der uns ziemlich beeindruckt hat. Unter uns lag das weiße Dörfchen Cala d’Oliva zwischen Macchia und türkisblauem Meer, eines der schönsten Fotomotive der ganzen Insel.

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Im Ort selbst wechselt der Straßenbelag von Teer auf Kopfsteinpflaster, was unseren mittlerweile eingeschlafenen Junior auf der Rückbank übrigens nicht im Geringsten störte. Wie aus der Zeit gefallen wirkt das Dorf, weiß getünchte Häuser, enge Gassen, kaum Menschen.

Chiesa della Madonna Immacolata Concezione Cala d'Oliva Asinara Sardinien Pin

Die Chiesa della Madonna Immacolata Concezione war leider geschlossen, ebenso der Carcere-Bunker di Cala d’Oliva und das Osservatorio della memoria carceraria, auch das wieder dem Vorsaison-Besuch geschuldet.

Die Mafia-Jäger von Cala d’Oliva

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Endstation Asinara. Im Hochsicherheitstrakt von Cala d’Oliva saßen die gefährlichsten Häftlinge Italiens.

Ausgerechnet dieses verschlafene Dorf hat italienische Rechtsgeschichte geschrieben. Im Sommer 1985 versteckte der Staat die beiden Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino samt Familien hier in Cala d’Oliva, weil die Cosa Nostra beide längst zum Abschuss freigegeben hatte. In der Abgeschiedenheit der Gefängnisinsel schrieben sie die Anklageschrift für den Maxi-Prozess, das bis heute größte Verfahren gegen die sizilianische Mafia. Die Pointe ist doppelt bitter. Für Kost und Logis auf der Insel schickte der Staat den beiden hinterher tatsächlich eine Rechnung und Jahre später saß mit Totò Riina ausgerechnet der Mafia-Boss auf Asinara ein, den ihre Arbeit mit zu Fall gebracht hatte. Falcone und Borsellino bezahlten ihren Einsatz 1992 mit dem Leben.

Und die Geschichte hat sogar eine sardische Wendung, die uns erst später bewusst wurde. Eine der fünf Ermordeten aus Borsellinos Eskorte war die junge Polizistin Emanuela Loi aus der Gegend von Cagliari. Die Sardin war gerade 24 Jahre alt und stand an jenem Sonntag freiwillig im Dienst, als die Bombe explodierte. Sie ging als eine der ersten Polizistinnen Italiens, die im Einsatz ihr Leben verloren, in die Geschichte ihres Landes ein. Ausgerechnet in Olbia, wo für viele Sardinien-Urlauber die Reise beginnt, erinnert heute ein Denkmal im kleinen Park Giardinetti am Hafen an sie. Wir sind dort schon achtlos vorbeigelaufen, ohne zu ahnen, dass diese Geschichte uns eines Tages auf einer Gefängnisinsel wieder einholen würde.

Der von uns sehr verehrte italienische Liedermacher und Antimafia-Aktivist Pippo Pollina, selbst gebürtiger Palermitaner, hat diesem Kapitel der italienischen Geschichte übrigens ein eigenes Lied gewidmet. „19 luglio 1992″ erzählt von jenem trügerisch normalen Sommertag in Palermo, an dem Paolo Borsellino und fünf Mitglieder seiner Eskorte einem Bombenanschlag zum Opfer fielen. Wer der Geschichte nachspüren möchte, dem sei dieser wunderschöne Livemitschnitt ans Herz gelegt.

Es gibt wahrlich schönere Flecken auf Asinara, aber der morbide Charme der Gefängnisse zieht Jahr für Jahr viele Touristen auf die Insel. Zugegeben ein trauriges Kapitel in diesem Beitrag, aber in diesem Blog geht es eben nicht nur darum wo es die beste Pizza gibt.

Infobox: Übernachten auf Asinara

Hotels oder Ferienwohnungen gibt es auf Asinara nicht, und Zelten ist im Nationalpark strikt verboten. Wer nach der letzten Fähre bleiben will, hat genau zwei Adressen zur Auswahl, beide im weißen Dörfchen Cala d’Oliva. In der Hauptsaison sind die wenigen Betten oft Monate im Voraus ausgebucht, früh anfragen lohnt sich also.

La Locanda del Parco: Kleines, fein renoviertes Gästehaus mit nur sechs Zimmern und Verpflegung aus der eigenen Küche (Ittiturismo mit fangfrischem Fisch), preislich im gehobenen Bereich. Web: lalocandadelparcoasinara.com, Mail: info@lalocandadelparcoasinara.com, Tel. +39 377 3797209

Ostello Cala d’Oliva: Einfaches Hostel der Genossenschaft SognAsinara mit Zimmern ab rund 40,00 € pro Person inklusive Frühstück. Der Betrieb pausiert immer wieder, den aktuellen Status daher unbedingt vorab erfragen. Mail: cooperativasognasinara@gmail.com, Tel. +39 346 1737043

Der wilde Norden bleibt den Wanderern

Sentiero del Leccio Wegweiser Asinara Sardinien Pin

Kurz hinter Cala d’Oliva endet übrigens nicht nur die Teerstraße, sondern auch unsere motorisierte Freiheit. Ein verwitterter Holzwegweiser markiert hier den Einstieg in den Sentiero del Leccio, den Wanderweg Nr. 7 des Nationalparks. Auf 13,7 Kilometern und gut 400 Höhenmetern führt er über die Case Bianche hinauf zur Punta della Scomunica, dem höchsten Punkt der Insel, von dem du bei klarer Sicht über die Straße von Bonifacio bis Korsika schauen kannst.

Wer die Tour konkret plant, findet bei Komoot fertige Wandervorschläge rund um den Nationalpark samt GPS-Tracks und Höhenprofilen. Verbindlich bleiben aber immer die offiziellen Wege und Sperrzonen des Parks, im Zweifel gilt die Karte vom Nationalpark, nicht die App.

Der äußerste Norden rund um die Cala d’Arena ist als strengste Schutzzone sogar für Wanderer komplett gesperrt, dort hat die Natur das alleinige Hausrecht. Für uns mit zwei Kindern und Fährzeit im Nacken war das diesmal keine Option, auf der Liste für den nächsten Asinara-Besuch steht die Tour aber schon. Die Insel hat eben auch nach einem vollen Tag noch längst nicht alles gezeigt.

Badestopp in glasklarem Wasser

Den verdienten Badestopp gönnten wir uns auf dem Rückweg nach Cala Reale, ganz unkompliziert am Straßenrand an einer kleinen Bucht mit glasklarem Wasser. Ende Mai hatte das Meer etwa 20 Grad, nach kurzer Überwindung eine echte Wohltat.

Badestopp Bucht Asinara Sardinien Pin
Anhalten, Badesachen raus, reinspringen, unsere Bucht für eine Stunde.

Während wir Erwachsenen die Abkühlung genossen, sammelten die Kinder Steine und Seeglas und legten daraus ein Herz in den Sand. Solche unspektakulären Momente sind am Ende die, die bleiben.

Herz aus roten Terrakotta-Steinen und Seeglas am Sandstrand einer Bucht mit glasklarem Wasser auf Asinara, Sardinien Pin

Die passende Geräuschkulisse lieferte die Insel gleich mit. Im Hintergrund hörten wir immer wieder laut brüllende Esel, die sich so über weite Entfernungen verständigten. Gesehen haben wir sie dabei kein einziges Mal. Diese Tiere passen farblich so perfekt in die karge Landschaft und verziehen sich bei strahlendem Sonnenschein ins Gebüsch und in den Schatten, dass sie trotz lautstarker Kommunikation unsichtbar blieben. Ein bisschen wie ein Naturkino, bei dem nur die Tonspur läuft.

Baden ist auf Asinara grundsätzlich erlaubt, nur eben nicht überall. Denk an die rot markierten Schutzzonen auf der Karte.

Zurück in Cala Reale und ein ehrliches Wort zu den Toiletten

Herrlich unkompliziert lief die Rückgabe des E-Autos ab. Einparken, Schlüssel abgeben, fertig. Bis zur Fähre blieb noch Zeit, die wir im Schatten mit Pistazien und Kirschen vom Wochenmarkt überbrückten, dazu ein bisschen Sightseeing light. Der Palazzo Reale, einst Sommerresidenz der savoyischen Königsfamilie und Teil der alten Quarantänestation, lässt sich von außen erkunden.

Ein paar Schritte weiter liegt die Bar Cala Reale mit frischem Kaffee, kalten Drinks und Snacks bei Bedarf, vor allem aber mit schattigen Sitzplätzen und einem weiteren sauberen WC. Als kleine Zugabe standen im Hinterhof bei den Mülltonnen zwei wilde Esel, die allerdings sofort das Weite suchten, als ich mich näherte.

Alter Anker Cala Reale Asinara Sardinien Pin

Womit wir bei einem ehrlichen Wort zu den öffentlichen Toiletten am Hafen von Cala Reale wären. Die Damen-Toilette und das barrierefreie WC waren sauber und gepflegt, das Herren-WC dagegen defekt, schmutzig und ohne Papier. Ich hoffe sehr, dass sich das im Laufe der Saison noch ändert. Bis dahin steuern die Herren der Schöpfung besser die Bar Cala Reale oder die Chiosco Bar in Fornelli an.

Rückfahrt und der perfekte Abschluss in Porto Torres

Delcomar-Fähre Cala Reale Asinara Sardinien Pin

Um 18:00 Uhr legte die Delcomar-Fähre zurück nach Porto Torres ab, eine andere Verbindung gibt es schlicht nicht. Herrlich ruhig verlief die Überfahrt auf dem Oberdeck, die Kinder waren mehr als geschafft und auch wir Erwachsenen genossen einfach mal die Stille und den Blick zurück auf die Insel.

Ursprünglich hatten wir für den Heimweg noch einen Pizzeria-Stopp im Hinterland geplant, das wäre mit den müden Kindern aber zu spät geworden. Fündig wurden wir stattdessen direkt in Porto Torres. Im Ristorante Pizzeria an der Piazza Garibaldi (piazzagaribaldi.net) gab es riesige, richtig leckere Holzofen-Pizzen ab 7,00 €. Je nach Belag variierten die Preise bis 18,00 €. Flottes und aufmerksames Personal, sehr kinderfreundlich und der Außenbereich war überdacht. Sehr empfehlenswert und der perfekte, unkomplizierte Abschluss eines langen Inseltages, bevor es zurück an die Costa Smeralda ging. Der obligatorische Espresso zum Abschluss stärkte mich als Fahrer noch für die zwei Stunden Autofahrt.

Was kostet ein Tag auf Asinara? Unsere echten Ausgaben

PostenKosten
Delcomar-Fähre inkl. Landegebühr (2 Erwachsene, Kinder 8 und 4)55,00 €
Parken in Porto Torres0,00 €
E-Auto Viersitzer (Nebensaison, im Voraus bezahlt)120,00 €
Ausstellung Walskelett (Eintritt frei, freiwillige Spende)0,00 €
Verpflegung vom Markt und Supermarkt (Vortag)ca. 30,00 €
Getränke und Eis an den Barsca. 15,00 €
Pizza-Abendessen in Porto Torres (4 Personen)ca. 45,00 €
Gesamt für die ganze Familieca. 265,00 €

Geführte Jeep- oder Bimmelbahn-Touren kosten zum Vergleich schnell 50,00 bis 70,00 € pro Erwachsenem, dazu kommt immer noch die Fähre. Auf eigene Faust fährst du als Familie also nicht nur flexibler, sondern auch günstiger, und bestimmst Tempo und Pausen selbst.

Meine Tipps für deinen Tag auf Asinara

  • Früh starten und Puffer einplanen. Die 8:30-Uhr-Fähre ab Porto Torres ist für einen Tagesausflug alternativlos, die Rückfahrt geht um 18:00 Uhr. Wer sie verpasst, hat ein echtes Problem.
  • E-Auto rechtzeitig reservieren und Station bestätigen lassen. Asinara Rent e-Car hat Standorte in Fornelli und Cala Reale, und dein Abholort bestimmt deinen Fährhafen (Stintino für Fornelli, Porto Torres für Cala Reale). An Brückentagen und Wochenenden sind die Fahrzeuge schnell weg, bei uns war Fornelli bereits ausgebucht.
  • Verpflegung komplett selbst mitbringen. Mindestens zwei Liter Wasser pro Person, dazu eine ordentliche Brotzeit. Die wenigen Bars sind super, aber kein Ersatz für eine echte Mahlzeit, und in der Vorsaison ist nie garantiert, was offen hat.
  • Sonnenschutz ernst nehmen. Schatten ist auf Asinara Mangelware. Hut, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und luftige Kleidung sind Pflicht, das Dach des E-Autos ist Gold wert.
  • Italienisch-Basics oder Übersetzungs-App parat haben. Beim E-Auto-Verleih lief bei uns nichts auf Englisch oder Deutsch.
  • Vorsaison heißt günstig, aber nicht vollständig. Ende Mai zahlst du weniger und hast die Insel fast für dich, dafür sind Gefängnisse, Kirche und manche Einrichtungen geschlossen. Wer alles sehen will, kommt im Juli oder August, und teilt sich die Insel mit deutlich mehr Menschen.
  • Mietwagen vorab checken. Reifen, Flüssigkeiten, Warnweste. Die Anfahrt quer durch Nordsardinien ist lang, und ein Gewebeschaden im Reifen (wie bei uns) gehört nicht auf diese Strecke.
  • Bargeld einstecken. Für Bars, Ausstellung und Spenden ist ein kleiner Bargeldvorrat auf der Insel die sichere Bank.

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Unser Fazit: Die lange Anreise auf jeden Fall wert!

Zehn Jahre Bucketlist, ein 5:30-Uhr-Wecker, 140 Kilometer Anfahrt und keine Sekunde bereut. Asinara auf eigene Faust war für uns einer der schönsten Tage unseres Sardinien-Urlaubs 2026. Kurzweilig, überraschend, lehrreich und voller kleiner Momente, die kein Reiseführer versprechen kann. Ein Eselfohlen, das sich von Kindern streicheln und küssen lässt. Eine Landschildkröte, die als wandernder Stein die Straße quert. Ein Walskelett in einer Kirche. Und am Abend eine riesige Pizza für ein paar Euro.

Ein Bild hat sich bei mir aber besonders festgesetzt, und zwar das vom Badestopp. Die orangeroten Scherben, aus denen die Kinder ihr Herz in den Sand legten, sind zum Teil uralte Ziegelreste der verfallenen Gebäude, vom Meer über Jahrzehnte rundgeschliffen. Quarantänestation, Strafkolonie, Hochsicherheitsgefängnis, die ganze harte Geschichte dieser Insel liegt hier buchstäblich als Strandgut herum. Und zwei Kinder kommen vorbei und legen ein Herz daraus. Schöner kann man nicht zusammenfassen, was aus Asinara geworden ist.

Würden wir es wieder so machen? Sofort. Das E-Auto gibt dir genau die Freiheit, die ein Tag mit Kindern braucht, und die Insel belohnt jeden, der sich Zeit nimmt und genau hinschaut. Wenn Asinara also auch auf deiner Liste steht, hör auf zu überlegen und fang an zu planen. Die weißen Esel warten schon…

FAQ: Asinara auf eigene Faust

Kann ich Asinara ohne gebuchte Tour besuchen?

Ja, problemlos. Linienfähre ab Porto Torres (Delcomar, ganzjährig) oder ab Stintino (saisonal), vor Ort dann E-Auto, E-Bike oder die eigenen Füße. Eine geführte Tour ist nett, aber kein Muss.

Wie komme ich am besten nach Asinara?

Ab Porto Torres mit Delcomar nach Cala Reale (rund 75 Minuten) oder ab Stintino nach Fornelli (rund 25 Minuten, nur in der Saison). Welcher Hafen der richtige ist, hängt davon ab, wo dein E-Auto oder Rad auf dich wartet.

Was kostet der Tagesausflug?

Wir haben als vierköpfige Familie rund 265,00 € ausgegeben, inklusive E-Auto, Fähre, Landegebühr, Verpflegung und Pizza-Abendessen. Ohne Mietfahrzeug, also zu Fuß, geht es deutlich günstiger.

Sind Hunde auf Asinara erlaubt?

Nein, im gesamten Nationalpark gilt ein striktes Hundeverbot. Genau deshalb haben wir selbst zehn Jahre auf diesen Ausflug gewartet.

Kann man auf Asinara baden?

Ja, an vielen Stellen entlang der Straße und an den Buchten, das Wasser ist glasklar. Tabu sind nur die rot markierten Schutzzonen auf der Karte, die du mit dem E-Auto ausgehändigt bekommst. Ende Mai hatte das Meer bei uns angenehme 20 Grad.

E-Auto, E-Bike, Bimmelbahn oder Jeep-Tour, was ist am besten?

Mit kleinen Kindern ganz klar das E-Auto, eigenes Tempo, Schatten und Pausen nach Bedarf inklusive. Sportliche ohne Kinder fahren mit dem E-Bike flexibler und kommen auch auf die Trampelpfade. Bimmelbahn und Jeep-Touren sind etwas für alle, die sich um nichts kümmern wollen, uns persönlich war das zu eng getaktet.

Sehe ich garantiert weiße Esel auf Asinara?

Eine Garantie gibt es bei Wildtieren nie, die Chancen stehen aber sehr gut. Uns begegneten über den Tag verteilt immer wieder Tiere, rund um Cala Reale, an der Straße und bei den Gebäuden. Die meisten sind scheu, Glücksmomente wie unser zutrauliches Fohlen sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Gibt es Restaurants auf der Insel?

Ja, aber nur eine Handvoll Bars und Lokale (Chiosco Bar in Fornelli, Bar Cala Reale, dazu Gastronomie in Cala d’Oliva), in der Vorsaison mit unzuverlässigen Öffnungszeiten. Verlass dich nicht darauf und bring deine Verpflegung selbst mit.

Wann ist die beste Reisezeit für Asinara?

Mai, Juni und September, dann erwarten dich angenehme Temperaturen, wenig Andrang und badetaugliches Wasser. Einzelne Einrichtungen wie die Gefängnisse können in der Vor- und Nachsaison allerdings geschlossen sein. Im Hochsommer ist alles offen, dafür brennt die Sonne gnadenlos über der schattenlosen Insel.

Kann man auf Asinara übernachten?

Ja, aber die Auswahl ist winzig. In Cala d’Oliva gibt es mit der Locanda del Parco ein kleines, gehobenes Gästehaus mit sechs Zimmern und mit dem Ostello SognAsinara eine einfache Herberge (Betrieb zuletzt pausiert, Status vorher erfragen). Beide sind Monate im Voraus ausgebucht, wildes Campen ist im Nationalpark streng verboten.

Ist die Insel Asinara bewohnt?

Nein, praktisch nicht. Seit der Zwangsräumung von 1885 gibt es keine dauerhafte Zivilbevölkerung mehr, heute leben nur Mitarbeiter des Nationalparks, Forscher und Saisonkräfte zeitweise auf der Insel. Die wahren Bewohner sind die Tiere, allen voran die weißen Esel, dazu Mufflons, Wildpferde und unzählige Vogelarten.

Kann man auf Asinara wandern?

Ja, sehr gut sogar. Der Nationalpark unterhält ein Netz markierter Themenwege, von der kurzen Runde bis zum Sentiero del Leccio, der von Cala d’Oliva auf die Punta della Scomunica führt, den höchsten Punkt der Insel. Beachte, dass es auf den Wegen kaum Schatten gibt und einzelne Zonen im Norden komplett gesperrt sind.

Warum gibt es auf Asinara weiße Esel?

Die Tiere tragen eine Genmutation, die zu Albinismus führt, daher auch ihre hellen Augen und die Lichtempfindlichkeit. Wie sie auf die Insel kamen, ist nicht abschließend geklärt, die Theorien reichen von einem gestrandeten Schiff bis zu einem Herzog, der sie im 19. Jahrhundert ansiedelte. Heute leben 90 bis 100 weiße Esel im Nationalpark.

Kann ich Asinara mit dem eigenen Boot besuchen?

Ja, aber nur nach den Regeln des Nationalparks. Ankern ist rund um die gesamte Insel streng verboten, bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. Stattdessen machst du an den ausgewiesenen Bojenfeldern fest, unter anderem an der Westküste und in der Fornelli-Passage, eine Boje kostet in der Hauptsaison rund 50,00 € pro Tag. Die aktuellen Liegeplätze und Bedingungen findest du auf der Website des Nationalparks.

War Asinara eine Gefängnisinsel?

Ja, über ein Jahrhundert lang. Ab 1885 diente Asinara als Strafkolonie und Quarantänestation, zuletzt als Hochsicherheitsgefängnis, in dem unter anderem Mafia-Boss Totò Riina einsaß. Erst 1997 wurde das Gefängnis geschlossen und die Insel zum Nationalpark erklärt, die verlassenen Anstalten kannst du bis heute besichtigen.

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde in keiner Form gesponsert, alle Fotos stammen aus den eigenen Kameras.

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Daniel Dorfer ist Reisejournalist, Mitglied in der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ), im EXPERTS Circle von BurdaForward (CHIP & FOCUS online) und Gründer von fernwehblog.net. Als erfahrener Reiseblogger und Kreuzfahrtblogger hat er in den vergangenen Jahren über 40 Länder bereist und mehr als 40 Kreuzfahrten erlebt, teilweise sogar aus einer besonderen Perspektive als Crew-Mitglied. Genau diese Mischung aus journalistischem Blick, eigener Reiseerfahrung und ehrlicher Praxis macht seine Texte so wertvoll für Urlauber, die verlässliche Informationen statt leerer Versprechen suchen.

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