Hier ist die Sonne intensiver und wärmer, die Berge sind röter, hier wachsen Kastanien, Trauben, Mandeln und Feigen. Die Menschen sind gut, wohlerzogen und freundlich…(Hermann Hesse über den schweizer Kanton Tessin)
Auch ein Abstecher an den Schweizer Teil des Lago Maggiore, mit Locarno und Ascona, stand während der zwei Wochen Urlaub in Norditalien auf unserem Reiseplan. Und so machten wir uns an einem besonders schönen Morgen kurz vor Pfingsten auf den langen Weg den Langensee entlang Richtung Tessin, dem südlichsten und sonnigsten Kanton der Schweiz. Gute eineinhalb Stunden dauerte die grenzüberschreitende Autofahrt von Arona nach Locarno, dem ersten Ziel bei diesem Tagesausflug. Natürlich hätten wir auch ganz gemütlich mit dem Schiff (https://www.navigazionelaghi.it/) dorthin schippern können, aber wir waren zum Einen mit unserem Hund unterwegs und wollten zum Anderen etwas flexibler bei der Gestaltung des Tages sein.
Ankunft in Locarno am Lago Maggiore
Direkt neben dem zentralen Parkhaus Parcheggio Centro Castello entdeckten
wir auch gleich eines der Wahrzeichen der Stadt: Das Castello Visconteo.
Prachtvoll wirkt der gesamte Gebäudekomplex, wobei man hier nur noch
die Überreste der einst wesentlich größeren Burganlage bewundern kann.
Weiter führte uns der Weg in die Fußgängerzone Richtung Piazza Grande, wo gerade im Sommer immer was los ist. Open Airs wie Moon & Stars, mit namhaften internationalen Künstlern, ein berühmtes Film Festival und viele weitere Veranstaltungen sorgen hier für Kurzweil.
Wir erwischten einen Donnerstag, an dem traditionell Markt auf der Piazza Grande in Locarno ist. Doch an Christi Himmelfahrt, oder Auffahrt, wie man es in der Schweiz nennt, war nicht nur irgendein Markt, wie man auf dem Bild ganz gut sieht. Boote und Nobelschlitten standen entlang der gesamten Strecke bis zum Ufer des Lago Maggiore Spalier. Am Stadtplatz wurde die Bühne für Livemusik vorbereitet, ein Erdbeerfest war im vollem Gange – da war ganz schön was geboten zu Beginn des Locarneser Auffahrtswochenendes.
Unser Weg führte uns zur Seepromenade wo wir bei dieser herrlichen Aussicht Brotzeit machten.
Von früheren Besuchen in der schönen Schweiz wussten wir um die horrenden Preise in den Restaurants und Cafes und wollten uns das Geld sparen. Ein Mittagessen für umgerechnet 50 Euro pro Person war beim besten Willen nicht im Reiseblogger-Reisebudget eingeplant. Dann lieber auf der abendlichen Heimfahrt eine günstige und wirklich gute Pizza in Bella Italia. Ergo gab es belegte Brote im Schatten der Bäume am Ufer des Lago Maggiore, wo neben uns noch viele andere Touristen, Backpacker und Einheimische Mittag machten.
Zu Besuch im sonnigen Schweizer Kanton Tessin fühlt man sich eigentlich schon fast wie in Italien, wäre da nicht diese eindeutige Kennzeichnung. Netter Nebeneffekt ist, dass man hier auch ein wenig Deutsch versteht und spricht. Zahlungsmittel sind jedoch Schweizer Franken oder die Kreditkarte. Doch der Umrechnungskurs von Schweizer Franken in Euro ist seit einigen Jahr eher schlecht für den Besucher aus Deutschland. Mehr dazu gibt es auch im Gastbeitrag: Teurer Urlaub dank schwachem Euro: Wo sind die Alternativen?
Diese Tatsache ist wohl einer der Gründe, warum man in der Touristik-PR die italienische Seite des Lago Maggiore auch die “Dunkle Seite der Macht” nennt…
Die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso
Das Highlight des Tages sollte der Besuch auf dem Heiligen Berg oberhalb von Locarno werden. Die berühmte Wallfahrtskirche Madonna del Sasso (https://www.ascona-locarno.com/de/commons/details/Wallfahrtskirche-Madonna-del-Sasso/2693.html) thront hier hoch über dem Lago Maggiore, ein Kreuzweg sowie eine Gondelbahn führen den steilen Weg hinauf. Wir wählten die dritte Möglichkeit und fuhren mit dem Auto den Berg hinauf. Wir hatten Glück und erwischten ein Parkplatz der auch noch halbwegs bezahlbar war – Dank VISA-Card.
Der Ausblick von oben auf Locarno, den Lago Maggiore und die umliegenden Berge…
…mit der prachtvollen Kirche als Kulisse im Vordergrund war schlichtweg atemberaubend.
Diesen faszinierenden Anblick musste ich einfach in einigen Fotografien festhalten.
Der Eintritt in die wunderhübsche Kirche ist übrigens kostenlos…
…der Ausblick von hier oben jedoch unbezahlbar!
An der Seepromenade in Ascona
Es war bereits Nachmittag und so machten wir uns auf dem Rückweg,
aber nicht ohne einen Abstecher an die Seepromenade von Ascona.
Malerisch liegt die Flaniermeile entlang des Lago Maggiore, man kann gut verstehen was Jahr für Jahr so viele Besucher in seinen Bann zieht. Auch die Jazz-Musik hat hier am oberen Ende des Lago Maggiore ein Zuhause gefunden. Jeden Sommer findet hier das berühmte Festival Jazz Ascona statt.
Für uns bildete dieser Spaziergang im exklusiven Ascona einen wunderbaren Abschluss des kurzen Abstechers in den wirklich sehenswerten Schweizer Teil des Lago Maggiore.
Panorama-Aufnahme der Uferpromenade in Ascona am Lago Maggiore.
Übrigens: Getankt haben wir auch noch in der Schweiz, denn da ist das Benzin wesentlich billiger als in Italien. Dafür gab es dann am Abend nach der köstlichen Holzofenpizza in Arona auch noch ein Tiramisu extra.
Ob ich mir trotz der gesalzenen Preise auf der Schweizer Seite des Lago Maggiore einmal einen exklusiven Urlaub vorstellen könnte? Dazu ein klares JA – aber nur wenn diese Luxusreise auch bei Vollverpflegung gesponsert wird.
Nachtrag: Ein klein wenig Luxus im Tessin durften wir tatsächlich im Spätsommer 2022 im schönen Lugano am Luganer See erleben…
Mehr Infos zu Ascona, Locarno und den Tessin warten hier:
- https://www.ascona-locarno.com/de/esplora/ascona
- https://www.ascona-locarno.com/de/Esplora/Locarno.html
- https://www.ticino.ch/de/
- https://www.youtube.com/watch?v=r2gvI1RyPeo
Andere Reiseblogger über die faszinierende Schweiz
- https://www.overlandtour.de/landwasserviadukt-aussichtsplattform/
- https://www.road-traveller.de/schweiz-roadtrip
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Disclaimer: Dieser Beitrag über vom Lago Maggiore in der Schweiz wurde in keiner Form gesponsert. Interessante Tipps für Ausflüge rund um den italienischen See stammen aus dem POLYGLOTT on tour Reiseführer Lago Maggiore, Luganer und Comer See: Mit großer Faltkarte, 80 Stickern und individueller App. Vielen Dank dafür an den Verlag.
Daniel Dorfer | Reisejournalist (VDRJ): Mit der Erfahrung aus über 40 Ländern und von 40+ Kreuzfahrten (u.a. als Crew-Mitglied) schreibt er heute als Familienvater ehrliche Reisetipps für ganz normale Urlauber. Mehr erfahren...
















Ascona ist für mich tatsächlich der schönste Ort am Lago Maggiore. Locarno finde ich zu lieblos und verbaut. Cannobio und Cannero sind noch sehr schön, italienischer eben. Aber Ascona ist schon einmalig wunderschön.